HORIZONTE-Group GmbH (HGD) komplettiert Geschäftsführung: Dennis Niederhagen seit 1. Juli 2025 Geschäftsführer

Die HG stellt sich strategisch für die kommenden Herausforderungen der Energiewende auf!


Pressemitteilung

HORIZONTE-Group GmbH (HGD) komplettiert Geschäftsführung: Dennis Niederhagen seit 1. Juli 2025 Geschäftsführer

HGD, Juli 2025 – Die HORIZONTE-Group GmbH gibt die vollständige Besetzung ihrer Geschäftsführung bekannt: Mit Wirkung zum 1. Juli 2025 wurde Dennis Niederhagen in die Geschäftsführung berufen. Gemeinsam mit Andreas Pöhner, der bereits seit 1. Januar 2025 Geschäftsführer ist, komplettiert Niederhagen nun das Management-Team der HORIZONTE-Group GmbH.

Bereits seit Anfang 2025 hatte Dennis Niederhagen als Senior Vice President eine zentrale Rolle im Management übernommen. Mit seiner Berufung in die Geschäftsführung übernimmt er nun als CEO die strategische Gesamtverantwortung und komplettiert damit das Führungsteam des Unternehmens.

Andreas Pöhner

Andreas Pöhner – COO und Geschäftsführer
Andreas Pöhner verstärkt die Geschäftsführung mit über 15 Jahren Erfahrung in der Beratung der Energiewirtschaft. Sein Fokus liegt auf IT, Plattformgeschäft sowie ESG und Nachhaltigkeit. Mit seinem fundierten Wissen und seiner Branchenkenntnis wird er die operative Exzellenz und Innovationsfähigkeit der HORIZONTE-Group GmbH weiter stärken.

„Die Digitalisierung und Nachhaltigkeit der Energiewirtschaft sind zentrale Hebel für die Transformation. Ich freue mich darauf, diesen Wandel mitzugestalten und praxisnahe Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln“, erklärt Andreas Pöhner.

 

 

Foto_Dennis-Niederhagen_HG

Dennis Niederhagen – CEO und Geschäftsführer
Mit mehr als 24 Jahren Führungserfahrung in Energie, Banking und Geschäftsmodellinnovation bringt Dennis Niederhagen umfassende Expertise in die Geschäftsführung ein. Seine Kompetenzen reichen von Corporate & Investment Banking, Energiemärkten, Vertrieb, Sales-Trading und Origination bis hin zu Technologie, digitalen Geschäftsmodellen und Innovation. Damit ist er prädestiniert, die strategische Weiterentwicklung der HORIZONTE-Group GmbH maßgeblich voranzutreiben.

„Ich freue mich darauf, gemeinsam mit unserem engagierten Team neue Wege zu gehen und die Energiewende einfach zu machen“, so Dennis Niederhagen.

Mit der nun vollständigen Geschäftsführung setzt die HORIZONTE-Group GmbH auf zukunftsweisende Strategien, um ihre Kunden bei der Transformation ihrer Geschäftsmodelle zu unterstützen und die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich zu meistern.

 


Interne Smart-Grid-Schulung: HORIZONTE-Group macht Teams fit für §14a EnWG und die Energiezukunft

Interne Schulung zum Thema Smart Grid: Fit für die Anforderungen von morgen


Die Energiewende nimmt Fahrt auf – und wir sind mittendrin! Um unser Team gezielt auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten, haben wir bei der HORIZONTE-Group Technik GmbH eine interne Schulung zum Thema Smart Grid organisiert.

Gemeinsam mit Kolleg:innen der HORIZONTE-Group AG und der HORIZONTE-Group Technik GmbH stand ein zukunftsweisendes Thema im Fokus: die technischen und organisatorischen Anforderungen durch den §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG).

Praxisnahes Wissen im eigenen Haus

Ein besonderes Highlight: Die Schulung wurde von unseren eigenen Fachkräften durchgeführt – mit einem starken Fokus auf Praxisbezug, Anwendungsnähe und interaktive Vermittlung.

Zunächst wurden die Grundlagen und Hintergründe des §14a EnWG vorgestellt: Warum ist Lastmanagement so wichtig? Welche Auswirkungen hat das auf Endkund:innen? Und welche Rolle spielen wir als Elektrofachunternehmen dabei?

Darauf aufbauend ging es an die Technik:

  • Welche technischen Anforderungen ergeben sich konkret aus dem Gesetz?
  • Wie können Steuersignale umgesetzt und in bestehende Systeme integriert werden?
  • Welche Vorteile ergeben sich daraus – für Netzbetreiber, Fachbetriebe und Endkund:innen?

 

Demonstration am koala²-System

Ein echtes Highlight der Schulung war die Live-Demonstration an unserer hauseigenen Tesstrecke:

Hier wurden Steuersignale aus einer Steuerbox an unser Koala²-System übermittelt. Dieses verarbeitete die Signale in Echtzeit – ein beeindruckender Einblick in die Technik, die künftig eine zentrale Rolle bei der Netzstabilisierung spielen wird.

 

Lernen durch Machen

Im letzten Teil der Schulung wurde es interaktiv: Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, das Gelernte direkt in die Praxis zu übertragen. In einem Modell sollten sie eigenständig eine Verteilung „verdrahten“ – eine Aufgabe, die nicht nur das technische Verständnis vertiefte, sondern auch den Teamgeist förderte.

Fazit: Wissen teilen, Zukunft gestalten

Die Schulung war ein voller Erfolg – nicht nur wegen des vermittelten Fachwissens, sondern auch, weil sie den Grundstein für ein gemeinsames Verständnis gelegt hat:

Die Energiewende gelingt nur, wenn wir sie aktiv mitgestalten.

Mit dem erworbenen Wissen und dem gestärkten Teamgeist sind wir als HORIZONTE-Group bestens gerüstet für die nächsten Schritte in Richtung intelligenter, nachhaltiger Energieversorgung.

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie Sie die Vorgaben des §14a EnWG praxisnah und zukunftssicher in Ihre Prozesse integrieren können – sprechen Sie uns unverbindlich an:

Autoren: Julia Eberharter


Novellierung des NRW-Förderprogramms zur Beschleunigung der Energie- und Wärmewende

Seit dem 3. Juni 2025 gilt eine neue Richtlinie zum Programmbereich Klimaschutztechnik.


Gerne stellen wir Ihnen die Erneuerungen im Förderprogramm progres.nrw – Klimaschutztechnik vor.

Neue Förderungen

Bildungsprämie Kommunale Wärmeplanung

  • Zielgruppe: Kommunen, kommunale Unternehmen, KMU im Bereich Kommunale Wärmeplanung
  • Fördergegenstand: Teilnahme an Fortbildungslehrgängen zur Kommunalen Wärmeplanung
  • Förderrahmen:
    • 3 Weiterbildungen pro Jahr je Kommune/Unternehmen/KMU
    • 1 Fortbildung pro Jahr je Beschäftigte*r
    • Bis zu 500 € pro Fortbildungstag und Beschäftigte*n
    • 70 % Förderquote, max. 2.500 € pro Person
    • Für finanzschwache Kommunen: bis zu 90 % Förderquote, max. 2.750 € (Nachweis erforderlich)

Wärmekonzepte für Quartiere

  • Ziel: Untersuchung von Lösungsvarianten zur Erreichung der Klimaneutralität bis spätestens 2045
  • Voraussetzungen an das Quartier:
    • 20 Wohneinheiten (Einfamilien-/Doppelhäuser)
    • 30 Wohneinheiten (Mehrfamilienhäuser)
  • Auch mitanteilige Nichtwohneinheiten förderfähig
  • Inhaltliche Anforderungen an das Konzept:
    • Untersuchung von mind. 3 Wärmeversorgungsvarianten
    • Berücksichtigung der Kommunalen Wärmeplanung
    • Analyse folgender Aspekte:
    • a) Erneuerbare Wärmequellen
    • b) Energetische Gebäudestandards:
      • Neubau: mind. Effizienzhaus 40
      • Bestand: mind. Effizienzhaus 55
    • c) Anforderungen an Kühlung
    • d) Wärme- und Stromspeichertechnologien
    • e) Sektorenkopplung, insbesondere Mobilität
    • f) Monitoring der Energieverbräuche
  • Zielsetzung:
    • Darstellung einer Lösungsoption zur Klimaneutralität 2045
    • Fokus auf geringste CO₂-Vermeidungskosten
    • Berücksichtigung von Investitions- und Wärmegestehungskosten

Anpassungen der Förderkonditionen

Anlagen zur Auskopplung von Wärme zur leitungsgebundenen Wärmeversorgung

  • Fördergegenstand:
    • Anlagen zur Nutzung von Abwärme oder -kälte aus:
      • Technischen Prozessen
      • Baulichen Anlagen
      • Ver- und Entsorgungsleitungen (z.  Wasser- oder Abwasserleitungen)
    • Voraussetzung: Wärme/Kälte würde sonst ungenutzt an Umwelt abgegeben
  • Nutzung:
    • Verteilung über ein Netz an mehrere Gebäude oder Anlagen
    • Nutzung für Raumwärme oder Prozesswärme/-kälte
  • Förderkonditionen:
    • 25 % der zuwendungsfähigen Ausgaben
    • Fördersumme gedeckelt auf 100.000 € je Anlage

Oberflächennahe Geothermie in Verbindung mit Wärmepumpe

  • Fördergegenstand:
    • Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren, Brunnenbohrungen
    • Nutzung oberflächennaher Geothermie in Verbindung mit einer Wärmepumpe
    • Förderung nach Artikel 41 AGVO
  • Förderbedingungen:
    • Nur eine Anlage pro Gebäude und Standort
    • Mehrere Einzelbohrungen möglich, je nach Wärmebedarf
    • Förderhöchstgrenzen:
      • 12.000 € bei Bestandsgebäuden
      • 8.000 € bei Neubauten
    • Fördersätze nach Systemart:
      • Erdwärmesonden: Gefördert werden Bohrungen bis 400 m Tiefe mit 50 €/m bei Bestandsgebäuden und 35 €/m bei Neubauten.
      • Erdwärmekollektoren: Die Förderung beträgt 35 €/m² Kollektorfläche bei Bestandsgebäuden und 15 €/m² bei Neubauten.
      • Brunnenbohrungen: Es werden 5 € pro Liter/Stunde Förderleistung der Pumpe gefördert, basierend auf der genehmigten durchschnittlichen Fördermenge.

Es ist zu beachten, dass die Förderungen von Beratungsleistungen zum Photovoltaikausbau und von Photovoltaikanlagen, die nicht über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden, derzeit nicht weitergeführt werden können. Die Antragstellung muss daher leider erneut ausgesetzt werden.

Außerdem möchten wir Sie auf die beiden interessanten Förderprogramme für den Bereich Klimamanagement und Nachhaltigkeit aufmerksam machen:

Förderung Erstberatung zur klimaneutralen Transformation für Kleinst- und Kleinunternehmen

  • Gefördert werden vor allem energetische Maßnahmen wie Energieeffizienzsteigerung, Abwärmenutzung und Energieträgerwechsel in den Fokus stellen.
  • Die Beratung soll technologische und betriebswirtschaftliche Herausforderungen, geeignete Maßnahmenpfade, eine Abschätzung der Scope-1-Emissionen, das Kosten-Nutzen-Verhältnis sowie relevante Fördermöglichkeiten aufzeigen.
  • Die Förderung beträgt bis zu 65 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 10.000 €, bei einem förderfähigen Tagessatz von höchstens 1.500 € pro Beratungsperson und Tag.

Förderung von Transformationskonzepten für die treibhausgasneutrale Produktion 2045

  • Zuwendungsfähig sind die Ausgaben für Beratungsleistungen, notwendiger Vorprüfungen und Untersuchungen zur Konzepterstellung
  • Die Förderhöhe beträgt max. 60 % (KKU max. 80 %) der zuwendungsfähigen Ausgaben bis zu einer Förderhöchstgrenze von 60 000 Euro.

Die Förderrichtlinie ist bis zum 30. Juni 2027 befristet. Anträge können bei der Bewilligungsbehörde der Bezirksregierung Arnsberg gestellt werden.

Weitere Informationen und Einzelheiten zur Förderung können Sie der Richtlinie und der Internetseite der Bezirksregierung Arnsberg entnehmen.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Inanspruchnahme der Fördermöglichkeiten. Sprechen Sie uns an.

Autoren: Lissa Rakus


Standortbestimmung im Veränderungsprozess - Beitrag zur Change-Inventur

Die HG-Change-Inventur


Warum Veränderung heute mehr Struktur braucht

Energieversorgungsunternehmen stehen unter hohem Veränderungsdruck: Digitalisierung, Fachkräftemangel, neue Regulierungen sowie steigende Erwartungen an Nachhaltigkeit und Effizienz treffen auf Organisationen, die intern bereits durch zahlreiche  Programme und Projekte stark beansprucht sind. Viele Unternehmen haben auf diese Herausforderungen reagiert und unterschiedliche Initiativen gestartet. Was jedoch häufig fehlt, ist ein strukturierter Überblick über alle laufenden Veränderungsvorhaben und deren gegenseitige Abhängigkeiten. Ohne diesen Gesamtblick bleibt die Steuerung komplexer Transformationsprozesse reaktiv, inkonsistent und oft ineffizient.

Change-Inventur als strategischer Kompass

Die Change-Inventur bietet hierfür einen methodisch, fundierten Ansatz. Ziel ist es, aus einer Vielzahl paralleler Einzelmaßnahmen eine übergreifende und strategisch konsistente Gesamtsicht zu entwickeln. Gemeinsam wird analysiert, welche Projekte aktuell laufen, wo Synergien bestehen und welche Vorhaben priorisiert werden sollten. Zentraler Bestandteil des Vorgehens sind qualitative Interviews mit Führungskräften, Projektverantwortlichen und weiteren relevanten Akteuren. Diese Gespräche ermöglichen ein vertieftes Verständnis über Herausforderungen, Steuerungslogiken und organisationale Wirkmechanismen. Zudem tragen sie dazu bei, implizite Wissensbestände zu heben und die Perspektiven der Beteiligten systematisch einzubeziehen.

Tiefenschärfe durch Interviews und Projektanalysen

Ergänzend erfolgt eine systematische Erhebung und Auswertung der laufenden Projekte. Die gewonnenen Ergebnisse werden strukturiert aufbereitet und mit Tools wie Power BI visualisiert. So entsteht ein transparenter Überblick über die aktuelle Veränderungslandschaft im Unternehmen. Diese Übersicht bildet die Grundlage, um konkrete Handlungsfelder zu erkennen, Prioritäten zu klären und methodische Lücken gezielt anzugehen. Gleichzeitig schafft sie eine Gesprächsgrundlage, auf der organisationsintern reflektiert, entschieden und gezielt gesteuert werden kann.

Im Mittelpunkt stehen dabei sechs zentrale Erfolgsdimensionen:

  • Gibt es eine klare Zielsetzung und ein gemeinsames Verständnis für die Veränderung?
  • Werden Mitarbeitende und Stakeholder wirksam einbezogen?
  • Passen Aufbauorganisation und Rollen zu den Zielen?
  • Steht die Führung geschlossen hinter dem Wandel?
  • Wird der Nutzen der Maßnahmen deutlich kommuniziert und messbar gemacht?
  • Gelingt es, Mitarbeitende für den Wandel zu gewinnen und ihre Perspektiven einzubeziehen?

Praxisbeispiel: Change-Inventur bei einem Energieversorger

Bei einem großen Energieversorger in Nordrhein-Westfalen haben wir kürzlich eine Change-Inventur durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass mehr als fünfzehn Projekte gleichzeitig liefen, viele davon mit ähnlicher Zielrichtung, jedoch ohne koordinierte Steuerung oder konsistente methodische Grundlage. Die Folge waren Überlastungen in Schlüsselbereichen, Unsicherheiten in der Organisation, ungenutzte Synergien und eine spürbare Widerstandshaltung in Teilen der Belegschaft. Auf Basis der Change-Inventur konnten bestehende Strukturen neu geordnet, Maßnahmen gebündelt und Prioritäten klar definiert werden. Das Unternehmen verfügt nun über deutlich verbesserte Steuerungsmechanismen und ist in der Lage, Veränderungsvorhaben gezielter, wirksamer und mit höherer Akzeptanz umzusetzen.

Veränderung ist kein Sprint – aber ohne Zwischenstopp fehlt schnell die Orientierung. Gerade unter den Bedingungen stetiger Transformation hilft ein strukturiertes Innehalten dabei, Ergebnisse zu reflektieren und die Richtung zu klären.

Fazit: Selbstvergewisserung statt Fremdbewertung

Die Change-Inventur ist kein externes Bewertungsinstrument, sondern ein Werkzeug zur strukturierten Selbstvergewisserung. Sie schafft Orientierung, macht Zusammenhänge sichtbar und unterstützt Organisationen dabei, ihre Veränderungsfähigkeit gezielt weiterzuentwickeln. Gerade in einer Branche mit wachsendem Anpassungsdruck kann sie einen wesentlichen Beitrag zur Steuerbarkeit, Wirksamkeit und nachhaltigen Zukunftssicherung leisten.

Lassen Sie uns gemeinsam die Change-Inventur angehen:

Autor: Milad Cheraghi


ZMP-Nachklapp: Auf zum Steuerungs-Rollout

Rückblick auf den Fachkongress in Leipzig


Zwischen Bilanz und Aufbruch: Eindrücke von der ZMP 2025

Die ZMP 2025 hat Leipzig wieder einmal zum Branchentreffpunkt des Messwesens gemacht. Rund 550 Teilnehmende diskutierten an zwei intensiven Kongresstagen (und dem Vorabend-Event im Biergarten) über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte im Smart-Meter-Rollout – von der Technik über die Standards bis zur netzseitigen Steuerung. Mit dabei waren auch unsere HG-Experten Nikola Lißner und Frank Hirschi.

Die Botschaft: Der Smart-Meter-Rollout nimmt Fahrt auf – der Steuerungs-Rollout hingegen steckt vielerorts noch in den Kinderschuhen, wenn nicht gar im Babystrampler. Oder, wenn man analog die Auto-Metapher aus der Diskussion zum 2-jährigen Geburtstag des GNDEW nimmt: Das Mess-Rollout-Auto beschleunigt nun im 4. Gang. Aber wie Dr. Malte Sunderkötter (Geschäftsführer E.ON Grid Solutions) andeutete und von Thomas Rütting (Bereichsleiter & Prokurist Stromnetz Berlin) unterstrichen wurde: Beim Steuerungs-Rollout suchen wir gerade noch den 1. Gang. Bevor aus Aus Prosumern dann sogenannte „Flexumer“  (produzieren nicht nur Erneuerbare, sondern speichern diese auch und speisen netz- oder marktdienlich wieder aus) die werden, ist also noch ein weiter Weg zurückzulegen.

ZMP: Zählen, Messen, Prüfen – UND Steuern

Klar wurde: Das intelligente Messsystem (iMSys) bleibt Herzstück und Plattform für Digitalisierung, Steuerung und Sicherheit im Energiesystem. Zwar wurden in der Kongresshalle auch viele Diskussionen zu auslesbaren modernen Messeinrichtungen („Smart Meter Light“ oder „smarte mME“) geführt. Auf der Bühne wurde der iMSys-Ansatz jedoch gestärkt. Dies wurde verdeutlicht durch den nun hochlaufenden Rollout und bspw. den 1:n-Ansatz, der es mittlerweile skalierbar ermöglicht eine wirtschaftliche Bündelung mehrerer Zähler an einem Smart-Meter-Gateway (SMGw) anzuhängen. Gleichzeitig aber wachsen die Anforderungen aus dem Solarspitzengesetz: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen, § 14a EnWG, CLS-Management und neue Kommunikationswege verlangen nach Standards, durchdachten IT-Architekturen und funktionierender Interoperabilität.

Joachim Kabs, Geschäftsführer Technik bei Bayernwerk Netz und Vorstandsvorsitzender des VDE FNN, betonte in Leipzig die Bedeutung eines klaren Fokus auf den Netzanschlusspunkt als zentrale Steuerungsschnittstelle. Was innerhalb des Hauses geschieht, sollte seiner Ansicht nach in der Verantwortung der Kundinnen und Kunden bleiben – entscheidend sei, dass die Steuerbarkeit und Netzstabilität insgesamt gewährleistet bleiben.

Doch Theorie und Praxis driften noch auseinander. Verbindliche Schnittstellen, stabile Prozesse und ein durchgängiger Blick auf Skalierung fehlen noch zu oft. Die Diskussionen haben gezeigt: Fortschritt braucht Austausch – und eine konsequente gemeinsame Linie von Herstellern, Messstellenbetreibern, Netzbetreibern, Dienstleistern und Regelsetzern, bzw., der Gesetzgeberin.

 Unser Fazit:
Die Branche bewegt sich – mit großem Engagement und vielen guten Ideen. Doch wer die Steuerung wirklich zum Fliegen bringen will, muss jetzt Prozesse konsolidieren, Schnittstellen vereinheitlichen und die Systemlandschaften für den Dauerbetrieb rüsten. Dabei begleiten wir unsere Kunden mit Expertise, Struktur – und Begeisterung für digitale Energieinfrastrukturen. Dennoch muss ein realistisches Bild gezeichnet werden. Ein flächendeckender Rollout von Steuereinheiten wird frühestens ab 2026 in Fahrt kommen und vermutlich erst in 2027 richtig durchstarten. Genau deswegen wird die HORIZONTE-Group nun die Technische Studie 2.0 zum Smart Grid in Deutschland bearbeiten und die vielfältigen Herausforderungen des Steuerungs-Rollouts beleuchten.

 

Sie konnten nicht vor Ort sein oder möchten ein Thema vertiefen? Kontaktieren Sie uns – wir freuen uns auf den Austausch!

Einige Impressionen auf LinkedIn entsperren:

 

 


Vom Messen zum Schalten: Warum CLS-Management jetzt Chefsache ist

CLS und STB-Admin


Die Energiewirtschaft steht vor der nächsten Ausbaustufe der Digitalisierung: Vom Mess- zum Steuerungsrollout. Damit wird der Fokus verstärkt auf die Controllable Local Systems (CLS) gelenkt – also steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen, Wallboxen oder PV-Anlagen. Grundlage dafür ist die gesetzlich verankerte Steuerungspflicht nach § 14a EnWG.

Der neue Schlüsselspieler: der Steuerbox-Administrator

Zentrale Marktrolle in diesem Kontext ist der sogenannte Steuerbox-Administrator (STB-Admin) – in der Branche auch als aktiver externer Marktteilnehmer (aEMT) bezeichnet. Nur dieser darf unter dem Deckmantel des Messstellenbetreibers Steuerbefehle über die CLS-Schnittstelle des Smart Meter Gateways senden, Steuereinheiten verwalten und Schalthandlungen durchführen.

Netzbetreiber und grundzuständige Messstellenbetreiber, die steuerbare Verbrauchseinrichtungen aktiv ansteuern wollen, müssen diese Rolle einnehmen oder durch einen Partner wahrnehmen lassen.

CLS-Management braucht ein eigenes System

Die Übernahme der STB-Admin-Rolle ist nicht nur eine organisatorische Entscheidung – sie erfordert den technischen Ausbau der IT-Systemlandschaft. Denn ein separates, zertifiziertes CLS-Management-System muss eingerichtet und in bestehende Prozesse integriert werden. Dieses System kommuniziert mit dem Gateway-Administrator (GWA), übernimmt Schaltvorgänge und verwaltet angeschlossene Geräte. Doch wie bettet der MSB dieses CLS-Management-System in die IT-Architektur ein?

Einige Marktakteure bieten bereits Software-as-a-Service-Lösungen an. Auch beliebt sind spezialisierte Dienstleister mit vollständigen Business-Process-Outsourcing-Modellen (BPO), bei denen nicht nur Software, sondern auch Betriebsverantwortung ausgelagert wird. In beiden Fällen wird Messstellenbetreibern die Umsetzung erleichtert – oft inklusive vollständiger PKI-Integration und Möglichkeiten, Netzzustandsdaten zu verteilen.

Neue Anforderungen, neue Infrastruktur

Für gMSBs bedeutet der Steuerungsrollout eine deutliche Zunahme an Komplexität:

  • Immer mehr §-14a-Fälle und PV-Anlagen > 7 kW müssen (unter strikten Rollout-Quoten) steuerbar gemacht werden
  • Dafür braucht es nicht nur Hardware, sondern neue Schnittstellen und digitale Prozesse
  • Die Integration des CLS-Management-Systems an ERP-Systeme und ein „Niederspannungscockpit“ ist notwendig
  • Auch die Integration automatisierter Störmeldeprozesse wird künftig eine zentrale Rolle spielen

Umsetzung: Praxis statt Theorie

Während die gesetzliche Richtung klar ist, hapert es in der Praxis noch an vielen Stellen:

  • Nicht alle Marktteilnehmer haben bereits die notwendigen IT-Systeme etabliert
  • Der Fachkräftemangel bremst Montage und Betrieb
  • Der Koordinationsaufwand zwischen GWA, EMT, Netz- und Messstellenbetreiber steigt

Umso wichtiger ist es, frühzeitig mit der strategischen Planung zu beginnen und die Rolle des aEMT nicht als IT-Detail, sondern als zentrale Marktrolle zu verstehen.

Unterstützung durch die HORIZONTE-Group

Die Auswahl des passenden Betriebsmodells ist ein entscheidender strategischer Schritt. Neben funktionalen und technischen Anforderungen sind dabei auch regulatorische Rahmenbedingungen, Sicherheitsstandards sowie Integrationsfähigkeit in bestehende Systeme zu berücksichtigen.

Als HORIZONTE-Group unterstützen wir Netzbetreiber und grundzuständige Messstellenbetreiber nicht nur bei der Konzeption, sondern auch bei der Ausschreibung und Vergabe geeigneter CLS-Management-Systeme. Wir bringen Markterfahrung, Methodik und technische Expertise mit, um gemeinsam die bestmögliche Lösung zu identifizieren und umzusetzen.

Fazit:

Vom Messen zum Schalten ist ein Paradigmenwechsel – technisch wie organisatorisch. Wer als Netz- oder Messstellenbetreiber die Verantwortung für Steuerung und Flexibilitätsbereitstellung übernehmen will, kommt um ein CLS-Management-System und die Rolle des aEMT nicht herum.

Wir als HORIZONTE-Group begleiten Sie bei der Auswahl, Integration und strategischen Einbindung dieser Systeme – von der IST-Analyse über die Systemarchitektur bis zur Marktkommunikation.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie den Steuerungsrollout strategisch und strukturiert angehen wollen.

 


Solarspitzengesetz & Steuerbarkeitscheck: Was Netzbetreiber jetzt wissen müssen

Der neue Steuerbarkeitscheck


Was steckt hinter dem neuen Steuerbarkeitscheck?

Mit der EnWG-Novelle vom 25. Februar 2025 verpflichtet § 12 Abs. 2 EnWG alle Netzbetreiber zur Durchführung eines jährlichen Steuerbarkeitschecks – ein Instrument zur Überprüfung der tatsächlichen Steuerbarkeit angeschlossener Erzeugungs- und Speicheranlagen und teilweise als „Steuer-TÜV“ betitelt. Ziel ist es, Netzsituationen mit lokalem Erzeugungsüberschuss frühzeitig zu erkennen und steuernd einzugreifen, bevor Versorgungssicherheit gefährdet wird – etwa durch ungeplante Einspeisung trotz negativer Strompreise. Dieser sogenannte Steuerbarkeitsnachweis betrifft ab 2025 zunächst alle Erzeugungsanlagen und Speicher mit mehr als 100 kW Nennleistung. Ab 2026 wird der Anwendungsbereich auf kleinere Erzeugungsanlagen (> 7 kW) und steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach erweitert.

Wen betrifft die Nachweispflicht konkret – und wer liefert welche Daten?

Anschlussnetzbetreiber organisieren die Tests dezentral, müssen diese aber bis spätestens 30. September abgeschlossen und dokumentiert haben sowie an den jeweiligen vorgelagerten Netzbetreiber gemeldet haben. Die Auswahl der testpflichtigen Anlagen basiert auf den Angaben im Marktstammdatenregister und wird durch die ÜNBs vorab zur Verfügung gestellt.

Anlagen mit rein temporärer Steuerbarkeit – z. B. zur Netzerhaltung – sind davon ausgenommen. Für einen funktionierenden Prozess der Datenübermittlung ist die Zusammenarbeit mit dem grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) entscheidend: Dieser muss den aktuellen Stand des iMSys-Rollouts an den VNB melden, damit betroffene Anlagen rechtzeitig identifiziert werden können.

Was genau muss nachgewiesen werden – und wie?

Der Gesetzgeber verlangt vom Anschlussnetzbetreiber einen Nachweis, dass ein Steuerbefehl gegenüber der Anlage abgesetzt und eine messtechnische Reaktion hervorgerufen wurde. Doch sind nur erfolgreich getestete Anlagen im Steuerbarkeitscheck vorgesehen? Kommt es zu keiner oder nur unzureichend belegten Reaktion, ist eine Ursachenanalyse anzustoßen und ebenfalls zu dokumentieren.

Als Nachweis anerkannt sind:

  • Inbetriebnahmetests,
  • Redispatch-Maßnahmen,
  • gezielte Testeingriffe im Meldezeitraum.

Die Leitlinien der Übertragungsnetzbetreiber (Link) bieten hierfür konkrete Anhaltspunkte, welche Anlagen einzubeziehen sind und unter welchen Umständen ein erneuter Testnachweis entfallen kann.

Wie funktioniert der Nachweis technisch?

Der gMSB muss sicherstellen, dass Messwerte wie IST-Einspeisung und Wirkleistung (perspektivisch auch Blindleistung) der identifizierten Anlagen zuverlässig bereitgestellt werden – typischerweise über die Kommunikation von Messwerten vom TAF 9 und TAF 10. Es ist davon auszugehen, dass die alleinige Bereitstellung von Messwerten vom Typ TAF 7 für einen Nachweis nicht ausreichen.
Der VNB wiederum muss in der Lage sein, diese Daten in seinen Netzleitsystemen zu verarbeiten, auszuwerten und mit Netzsteuerungsdaten zusammenzuführen.

Auch wenn der Steuerbarkeitscheck vorrangig die Wirkleistungssteuerung betrifft, sollen Netzbetreiber zusätzlich angeben, ob die betroffenen Anlagen grundsätzlich zur Blindleistungsbereitstellung in der Lage sind – ein Aspekt, der in den Leitlinien als „wünschenswert, aber nicht verpflichtend“ beschrieben wird.

Melde- und Plausibilisierungsprozess

Aus § 12 EnWG und den Leitlinien ergibt sich eine komplexe Fristen- und Meldekette bis hin zur BNetzA:

  • Messstellenbetreiber melden Daten an VNB
  • VNB führen Test durch
  • Daten gehen an vorgelagerte Netzbetreiber zur Plausibilisierung
  • ÜNB erstellt jährlichen Bericht für BMWK & BNetzA (bis 30.11.)
https://www.netztransparenz.de/de-de/Systemdienstleistungen/Betriebsfuehrung/Leitlinien-Steuerbarkeitscheck-nach-12-Abs-2-d-EnWG
Leitlinien Steuerbarkeitscheck nach § 12 Abs. 2 d EnWG via www.netztransparenz.de

Was ist jetzt zu tun?

Der Steuerbarkeitscheck ist keine rein regulatorische Formalität, sondern ein operatives Werkzeug zur aktiven Netzbewirtschaftung in Zeiten hoher Erzeugungsvolatilität. Die Testpflicht wird jährlich wiederkehren und künftig deutlich mehr Anlagen umfassen. Messstellen- und Netzbetreiber sollten deshalb frühzeitig auf (teil-)automatisierte Prozesse zur Identifikation, Steuerung und Dokumentation setzen, um Aufwände in den betroffenen Fachabteilungen und Fehlerquellen möglichst gering zu halten.

Die HG-Roadmap zur Umsetzung Steuern in der Niederspannung

Sie haben Fragen oder sind sich in der Durchführung des Steuerbarkeitschecks unsicher?
Wir helfen Ihnen gern weiter – sprechen Sie uns an.

Autor: Maximilian Schulz


Datenintegrität im Wandel – Warum der 24H-Lieferantenwechsel zur Reifeprüfung für Energieversorger wird

Kundenservice neu denken - Warum jetzt?


EIN NEUER TAKT IM ENERGIEMARKT VERLANGT NEUE PRÄZISION

Am 6. Juni tritt mit dem 24H-Lieferantenwechsel ein regulatorischer Meilenstein in Kraft, der den Energiemarkt im DACH-Raum nachhaltig verändern wird. Verbraucher erhalten die Freiheit, ihren Energielieferanten innerhalb eines Tages zu wechseln – eine richtungsweisende Entwicklung für den Wettbewerb, aber auch eine ernsthafte Herausforderung für etablierte Marktteilnehmer.

Wenn Geschwindigkeit auf Komplexität trifft:

In der Theorie verspricht der 24H-Wechsel Effizienz. In der Praxis jedoch kann jede Datenabweichung – sei sie noch so klein – gravierende Folgen haben. Falsche oder unvollständige Datensätze führen zu Verzögerungen, fehlerhaften Wechselprozessen und einer Zunahme operativer Aufwände. Die Folge: Reputationsrisiken, unzufriedene Kunden und unnötige Kosten.

Datenqualität als strategischer Hebel

Als Horizonte Group begegnen wir dieser Herausforderung mit Klarheit und Struktur. Unsere Lösung: Cuby-DQM, eine hochspezialisierte Software zur automatisierten Sicherstellung der Datenqualität. Cuby-DQM erkennt Unstimmigkeiten nicht nur, sondern klassifiziert und quantifiziert sie, erstellt automatisch Tickets und sorgt für deren zielgerichtete Bearbeitung – bevor Fehler in Prozesse eingreifen können.

Unsere Kernfunktionen im Überblick:

  • Automatisierte Prüfung nach Marktstandards

  • Systematische Fehlerquantifizierung für fundierte Analysen

  • Intelligente Ticket-Erstellung zur raschen Bearbeitung

  • Frühwarnsystem zur Prävention statt Reaktion

Unsere Erfahrung zeigt:

  • In über 80 % der getesteten Marktrollen-Umgebungen konnten durch Cuby-DQM relevante Datenfehler vor dem Go-Live eines 24H-Prozesses identifiziert werden.
  • Unternehmen, die frühzeitig auf automatisierte Datenqualitätsprozesse setzen, reduzieren operative Wechselkosten im Schnitt um bis zu 30 %.
  • Die Fehlerbehebungszeit sinkt im Vergleich zur manuellen Bearbeitung um den Faktor 4.

Diese Zahlen belegen, was wir aus systemischer Perspektive erkennen: Datenqualität ist keine technische Disziplin mehr – sie ist unternehmerische Pflicht.

Wir stehen an einem Wendepunkt – und Wendepunkte verlangen Weitsicht

Der Zeitpunkt ist nicht nur günstig – er ist entscheidend. Wer jetzt vorbereitet ist, kann Marktveränderungen nicht nur bewältigen, sondern nutzen. Präzise Daten sind der Schlüssel zur Skalierung, Automatisierung und Kundenbindung im neuen Energiemarkt. Versäumnisse hingegen manifestieren sich künftig nicht mehr nach Wochen, sondern binnen Stunden.

Informieren Sie sich auch über unseren Produkt-Flyer oder unsere Produktvorstellung:

Cuby-DQM ist unser Beitrag zu einem Energiemarkt, der nicht nur schneller, sondern auch intelligenter agiert.

Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Datenqualität auf ein neues Niveau heben.

Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Analyse und erfahren Sie, wie Sie mit Klarheit und System den Herausforderungen des 24H-Lieferantenwechsels souverän begegnen.

Autoren: Eduard Krischak, Alexander Tieling


Kundenservice neu denken: Wie EVUs den Wandel im Kundenkontakt erfolgreich meistern

Kundenservice neu denken - Warum jetzt?


WARUM JETZT DER RICHTIGE ZEITPUNKT IST

Steigende Kundenerwartungen, wachsender digitaler Kommunikationsdruck und gleichzeitig knappe Ressourcen: Der Kundenservice vieler Energieversorgungsunternehmen (EVUs) steht unter massivem Veränderungsdruck.

Die Herausforderung:

  • Komplexe Serviceprozesse

  • Hohe Kontaktvolumina bei einfachen Standardanliegen

  • Fehlende Transparenz in Kanälen und Kundenhistorien

  • Überlastete Mitarbeitende ohne klare KPI-Steuerung

Unsere Lösung: Ein ganzheitlicher Transformationsansatz

Als HORIZONTE-Group begleiten wir EVUs auf dem Weg zu einem effizienten, digitalen und strategisch ausgerichteten Kundenservice – mit praxiserprobten Methoden, fundiertem Branchenwissen und messbaren Ergebnissen.

Unser Ansatz vereint:

???? Entwicklung eines kundenzentrierten Zielbilds
???? Analyse & Optimierung sämtlicher Kontaktpunkte (Telefon, E-Mail, Portal etc.)
???? Einsatz von KI (z. B. Voice- & Chatbots) für automatisierte Erstlösungen
???? Einführung smarter Self-Service-Angebote
???? KPI-gestütztes Monitoring zur Erfolgssteuerung
???? Teamförderung für nachhaltige Performance

Ihr nächster Schritt für einen Perspektivwechsel

In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir gemeinsam Ihre aktuelle Service-Situation, decken zentrale Hebel zur Optimierung auf und entwickeln erste Handlungsansätze – individuell, kompakt und unverbindlich.

Informieren Sie sich auch über unseren Produkt-Flyer:

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein unverbindliches Erstgespräch:

Autoren: Konstantin Reimann, Maik Krusche


FlexLabQuartier: Ein Jahr Fortschritte für die Quartiersenergiewende

Nach dem erfolgreichen Start im Frühjahr 2024 blickt das Projektteam auf ein ereignisreiches erstes Jahr mit zahlreichen Fortschritten in Forschung und Umsetzung zurück.


Das Forschungsprojekt „FlexLabQuartier“ wird im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durch die EU gefördert und verfolgt das Ziel, flexible, nachhaltige und sozial akzeptierte Energielösungen für Stadtquartiere zu entwickeln.

 

Kick-off und erste Weichenstellungen

Am 18. März 2024 kamen die Projektpartner*innen an der Hochschule Bielefeld zu einem ganztägigen Kick-off-Workshop zusammen. Gemeinsam wurde ein Projektplan erarbeitet, Schnittstellen zwischen den Arbeitspaketen identifiziert und Verantwortlichkeiten – besonders für die drei beteiligten Reallabore – festgelegt. Im weiteren Verlauf koordinierte Energie Impuls OWL die Zusammenarbeit innerhalb des Konsortiums. Im Mai und Juni fanden bilaterale Gespräche mit allen Partnern statt, um individuelle Themenschwerpunkte und Schnittstellen zu erfassen. Diese bildeten die Basis für die vier Konsortialtreffen, von denen drei direkt vor Ort in den Reallaboren stattfanden.

 

Fortschritte in der Analyse und Planung

Im Arbeitspaket „Analyse Wertschöpfungssystem Quartier“ begann die Hochschule Bielefeld mit der Untersuchung der Flexibilitätspotenziale in den Quartieren Sennestadt und Verl. Im Fokus standen dabei die Sektoren Wärme und Mobilität. Eine umfangreiche Literaturrecherche lieferte erste Anhaltspunkte, wie Strom, Wärme und Mobilität gekoppelt werden können, um Synergien zu nutzen – Erkenntnisse, die auch auf andere Quartiere übertragbar sind.

In Verl wurden die bestehenden neun Blockheizkraftwerke (BHKW) näher untersucht. Das Fernwärmenetz, in das sie einspeisen, dient aufgrund seiner Trägheit als Wärmespeicher und ermöglicht eine zeitlich flexible Wärmeversorgung. Aufbauend auf diesen Analysen wird aktuell ein Betriebsmodell entwickelt, das die Stromproduktion bedarfsorientierter steuert – mit dem Ziel, die Integration erneuerbarer Energien zu erleichtern und gleichzeitig Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung zu fördern.

Für die Sennestadt wurde ein Konzept entwickelt, das private E-Mobilität mit Photovoltaikanlagen verbindet. Herzstück ist eine Web-App, die den Bewohner*innen eine Woche im Voraus die optimalen Ladezeiten ihrer E-Autos anzeigt. Damit sollen sowohl Netzbelastungen reduziert als auch Anreize zur aktiven Beteiligung geschaffen werden.

Ein wichtiger Baustein war auch die Analyse der Ausgangsbedingungen in den Reallaboren. Die Universität Paderborn erstellte in Verl georeferenzierte Karten industrieller Abwärmequellen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten. Außerdem entwickelte sie ein Optimierungsmodell, das verschiedene Betriebsweisen einer Wärmepumpe simuliert, um Umweltwärme effizient in das Fernwärmenetz zu integrieren. Ziel: die Betriebskosten und CO₂-Emissionen zu senken – unter anderem durch eine gezielte Erhöhung der Rücklauftemperatur.

Darüber hinaus wurden die Netztopologien analysiert, um die Herausforderungen bei der Abgrenzung und Bilanzierung von Quartiersgrenzen sichtbar zu machen. Hier traten Limitationen wie unvollständige Messdaten oder unterschiedliche Netzanschlüsse zutage, die für die weitere Planung berücksichtigt werden müssen.

 

Digitale Tools für die Energiewende im Quartier

Im Arbeitspaket „Intelligente Planungsunterstützung“ entwickelte die Universität Paderborn gemeinsam mit Westfalen Weser Netz einen ersten Prototypen für ein digitales Tool. Dieser ermöglicht es, Daten zum Raumwärmebedarf zu visualisieren und dynamische Zeitreihen zu generieren. Langfristig soll das Tool Planer*innen und Kommunen dabei unterstützen, komplexe Daten zu Energieverbrauch, Erzeugung und Speicherbedarf zu analysieren und unterschiedliche Szenarien zu simulieren – etwa zur Frage, wie sich zusätzliche Solaranlagen oder Batteriespeicher auf den Reststrombedarf auswirken.

 

Soziale Akzeptanz und Geschäftsmodelle im Fokus

Auch die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte standen im ersten Projektjahr im Mittelpunkt. Im Arbeitspaket „Geschäftsmodelle“ diskutierten die Projektpartnerinnen mögliche Geschäftsansätze in Workshops und Meetings. Ein zentrales Ergebnis: Die Akzeptanz der Bürgerinnen ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung neuer Energiekonzepte.

Daher starteten in Verl erste sozialpsychologische Befragungen, um die Einstellung der Bewohner*innen zur Fernwärme zu erfassen und mögliche Hemmnisse zu identifizieren. Diese Erkenntnisse sollen helfen, Kommunikationsstrategien zu entwickeln und die Einführung neuer Technologien gezielt zu begleiten.

 

Öffentlichkeit und Vernetzung

Die Auftaktveranstaltung des Projekts fand am 20. November 2024 an der Hochschule Bielefeld statt und brachte Vertreter*innen aus Energieversorgung, Stadtplanung, Wissenschaft und Bürgerschaft zusammen. In Workshops wurden Themen wie Stromerzeugung und Mobilität, Sektorenkopplung, Energy Communities, Entscheidungsunterstützung und Geschäftsmodelle intensiv diskutiert.

Darüber hinaus präsentierte sich das Projekt auf Messen, Fachveranstaltungen, lokalen Events wie „Verler Leben“ oder dem „Zukunftsforum Sennestadt“ sowie in politischen Gremien. Unterstützt wurden die Partner durch ein Medien-Kit mit Logo, Corporate Design und weiteren Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit.

 

Fazit: Starke Basis für die nächsten Schritte

Im ersten Jahr hat das EU-geförderte Projekt „FlexLabQuartier“ wichtige Grundlagen geschaffen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Technik, Sozialwissenschaften und Wirtschaft zeigt, wie interdisziplinär die Herausforderungen der Energiewende auf Quartiersebene adressiert werden können. Auf diesen Erkenntnissen bauen die nächsten Projektphasen auf – mit dem Ziel, praxisnahe Lösungen für nachhaltige, flexible und akzeptierte Energiekonzepte zu entwickeln.

 

Förderung und weitere Informationen

Das Projekt wird von der EU sowie vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW gefördert.

Weitere Informationen gibt es unter: www.flexlabquartier.de.

 

Autoren: Julia Eberharter