Die MSB-Lieferkette wird zum neuen Standard im Smart-Meter-Rollout


Der Smart-Meter-Rollout kommt gerade an einen Punkt, an dem sich entscheidet, ob Skalierung wirklich funktioniert – oder im Tagesgeschäft hängen bleibt.

  • 14a EnWG, §9 EEG und die steigenden Einbauzahlen sorgen dafür, dass eine gezielte Anpassung bestehender Prozesse im Messstellenbetrieb erforderlich ist. Eine steigende Zahl paralleler Installationen, der zunehmende Einsatz von Monteuren, verteilte Lagerstrukturen – all das ist längst Realität.
    Was dabei oft unterschätzt wird: Nicht die Technik wird zur Herausforderung, sondern die Organisation der Liefer- und Prozesskette.
    Genau an diesem Punkt setzt die MSB-Lieferkette an – und wird zum entscheidenden Faktor im Rollout.

Ausgangslage: Herstellerlogik trifft auf MSB-Realität

Bisher war die SiLke (Sichere Lieferkette) stark herstellergetrieben.
Jeder Hersteller beschreibt im Rahmen seiner Zertifizierung, wie Geräte vom Werk bis zur Übergabe behandelt werden müssen.

In der Praxis heißt das:

  • unterschiedliche Verpackungs- und Siegelkonzepte
  • unterschiedliche Prozesse für Transport und Zwischenlagerung
  • unterschiedliche Anforderungen an Dokumentation und Nachweisführung

Solange man mit einem Hersteller arbeitet, ist das beherrschbar.

Sobald mehrere Hersteller im Spiel sind, wird es operativ komplexer:

  • Prozesse im Lager unterscheiden sich je nach Gerätetyp
  • Monteure müssen unterschiedliche Vorgaben einhalten
  • IT-seitig entstehen Medienbrüche bei Dokumentation und Tracking

Was sich mit der MSB-Lieferkette ändert

Mit dem BSI-Anforderungskatalog zur MSB-Lieferkette verschiebt sich die Verantwortung.

Nicht mehr der Hersteller definiert die Lieferkette–
der Messstellenbetreiber darf sie selbst aufbauen.

Konkret heißt das:

  • ein einheitlicher Prozess für Lagerung, Transport und Montage
  • ein konsistentes Sicherheitsniveau – unabhängig vom Hersteller
  • Nachweisfähigkeit über die gesamte Kette hinweg

Das Ziel ist klar:
Den bestehenden oder mehrere Hersteller integrieren, ohne die eigene operative Komplexität zu erhöhen – idealerweise bei gleichzeitiger Vereinfachung.

Warum MSB aktuell noch zögern

Die MSB-Lieferkette bedeutet Aufwand.

  • Prozesse könnten angepasst werden
  • Rollen und Verantwortlichkeiten müssen klar gezogen werden
  • Schulungen sind notwendig
  • Bestehende Systeme müssen erweitert oder ersetzt werden

Der eigentliche Punkt ist aber ein anderer:

Die Anforderungen sind bewusst offen formuliert.
Jeder MSB kann sie nach den eigenen Präferenzen formulieren und in ein funktionierendes Zielbild übersetzen.

Was in der Praxis funktioniert – Wie wir Messstellenbetreiber bei der Umstellung unterstützen

Was sich in Projekten abzeichnet:

Funktionierende Ansätze starten nicht beim Dokument, sondern im Prozess.

  • Erstellung des Sicherheitskonzepts für die MSB-Lieferkette mit Aufnahme der Ist-Prozesse entlang der realen Lieferkette
  • Definition eines Zielprozesses, der mit bestehenden Strukturen kompatibel ist
  • Klare Festlegung von Übergabepunkten und Verantwortlichkeiten
  • Entwicklung von Schulungsunterlagen und Durchführung von Schulungen
  • Befähigung von Monteuren, Lageristen und operativen Einheiten

Sie haben Interesse an der Umsetzung der MSB-Lieferkette für Ihre Prozesse? Sprechen Sie uns an.

Autor: Kwaku Boateng