Strommarkttreffen zur Wasserstoffinfrastruktur

Wasserstoffinfrastruktur


Am 15. Dezember 2023 fand das letzte Strommarkttreffen des Jahres zum Thema Wasserstoffinfrastruktur (Technologien, Planung, Regulatorik, inkl. Derivate) im DIW Berlin statt. Unsere HG-Expertin Sissy Puthenkalam war eine von etwa 60 Teilnehmer*innen aus den Bereichen Energieversorgung, Industrie und Forschung, um sich über die Wasserstoffinfrastruktur auszutauschen. Neben innovativen Speicher- und Transportlösungen wurden in den Präsentationen auch Themen wie die Regulatorik im Wasserstoffkernnetz sowie Investitionsmöglichkeiten und die damit verbundenen Risiken behandelt.

Eine besonders spannende Diskussion entfachte sich über den als „blau“ bezeichneten importierten Wasserstoff im Vergleich zur „grünen“, heimisch produzierten Variante. Es wurde deutlich, dass beide Arten nicht in direkter Konkurrenz stehen sollten. Vielmehr wurde betont, dass der blaue Wasserstoff kurz- und mittelfristig eine entscheidende Rolle als Energieträger in Deutschland spielen wird.

Die Produktion von heimischem grünen H2 von mindestens 10 GW installierter Elektrolysekapazität, welche in der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) gefordert wird, könne dennoch einen echten Beitrag zur Stabilität des Energiesystems leisten und enorme Potenziale für die Wertschöpfung sowie für innovative Geschäftsmodelle bieten. Hierfür ist es jedoch entscheidend, dass die Produktion systemkonform gestaltet wird.

Das Strommarkttreffen zeigte klar: Wasserstoff ist eine vielversprechende Option zur Gestaltung einer klimafreundlichen Energiezukunft, die immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Präsentationen der Vortragenden sind auf der Website des Strommarkttreffens hier veröffentlicht.

 

Autorin: Sissy Puthenkalam


Vergabeverfahren in der Energiewirtschaft

Vergabe: Bedeutung, Herausforderungen und Lösungsansätze


Die Komplexität steigt

Die Dynamik in der Energiewirtschaft sowie der stetige Paradigmenwechsel begleiten Marktteilnehmer schon lange. Aktuelle Fokusthemen sind sicherlich die Einführung eines CLS-Managementsystems, die Nutzung digitaler Tools zur Prozessoptimierung, den nicht zuletzt durch den demographischen Wandel beschleunigten Wechsel zum stärkeren Prozess- und Applikationsoutsourcing sowie die Implementierung digitaler Plattformen wie beispielsweise SAP S/4HANA. Was bei der Umsetzung derartiger Projekte leider häufig vernachlässigt wird, ist das Thema Beschaffung oder konkreter, die Auswahl eines geeigneten Dienstleisters sowie das dazugehörige Vergabeverfahren.

Viele Unternehmen unterschätzen die Komplexität und Vielschichtigkeit von Vergabeverfahren mit Folgen, die sich häufig erst im Umsetzungsprojekt oder gar im Linienbetrieb in Form von Change Requests, nicht passgenauen Lösungen, Zeitverzug oder potenziellen Einsprüchen und Anfechtungen im Rahmen des Vergabeverfahrens bemerkbar machen.

Vergabeverfahren erfordern aufgrund der umfangreichen Begleitdokumente (im Mittel mehr als 10 verschiedene), der aufwändigen Anforderungsdefinition sowie der Vielzahl an beteiligten Unternehmensbereichen und der Komplexität der Verfahrensregeln einen erheblichen Zeitaufwand und verlangen nach einer intensiven internen Steuerung. Die Knappheit von Ressourcen sowohl seitens der Auftraggeber als auch auf Seiten der Dienstleister und Migrateure, Engpässe in der Dienstleisterverfügbarkeit sowie eine unzureichende Markttransparenz bezüglich der Funktionsumfänge und Leistungsfähigkeit stellen zusätzliche erhebliche Hindernisse für den Vergabeprozess dar.

Die HORIZONTE-Group, als Beratungsunternehmen in der Energiewirtschaft, verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Durchführung verschiedenartiger Vergabeverfahren. In diesem Zusammenhang hat es sich als sinnvoll erwiesen, bereits in der Vorbereitungsphase und später in der Durchführung zwei verschiedene Perspektiven eines Vergabeverfahrens zu berücksichtigen.
1. Operative Steuerung des Verfahrens
2. Fachliche Begleitung des Verfahrens

Beide Perspektiven sind eng miteinander verzahnt und bedürfen einer kontinuierlichen Abstimmung. Während die operative Steuerung eine effiziente Koordination, Zeitplanung und transparente Durchführung des gesamten Verfahrens sicherstellt, können sich die Fachbereiche auf die Anforderungsdefinition sowie die Analyse und Bewertung der fachlichen Angebote fokussieren. Diese gedankliche Trennung fördert einen effizienten Vergabeprozess, ermöglicht die zielgerichtete Nutzung spezifischer Fachkompetenzen und erhöht die Qualität des gesamten Vergabeverfahrens. In der nachfolgenden Darstellung werden die jeweiligen Aufgaben in den entsprechenden Bereichen aufgeschlüsselt.

Neben der Berücksichtigung dieser beiden Perspektiven gibt es noch einige weitere Stolperfallen, welche für einen fristgerechten und erfolgreichen Vergabeprozess zu berücksichtigen sind. Einige davon möchten wir nachfolgend näher betrachten:

Einbindung und Koordination von Kompetenzträgern:
Die Komplexität eines Vergabeverfahrens besteht auch in der Vielzahl der beteiligten Unternehmensbereiche. Ein intensiver Austausch zwischen den Abteilungen Recht, Einkauf, der Managementebene und natürlich auch der Fachbereiche ist von grundlegender Bedeutung. Die frühzeitige und koordinierte Einbindung aller Beteiligten ist für den Erfolg eines Vergabeverfahrens eine Grundvoraussetzung.

Nutzung von standardisierten Ausschreibungsunterlagen:
Die Verwendung von standardisierten Ausschreibungsunterlagen ist ein Schlüsselelement für ein effizientes Vergabeverfahren. Die Erstellung von z.B. Templates, Bewertungsstrukturen und Preisblättern ist aufwändig und blockiert Ressourcen und einen schnellen Projektstart. Durch die Nutzung von erprobten, standardisierten und aufeinander abgestimmten Templates können Unternehmen die zur Verfügung stehenden Kapazitäten effizienter und zielgerichteter einsetzen. Anhand klarer und einheitlicher Dokumente werden Bieter in die Lage versetzt, präzise Angebote zu erstellen. Dies reduziert Missverständnisse, beschleunigt den Auswahlprozess und fördert die Vergleichbarkeit der Angebote.

Fundierter Marktüberblick:
Um den bestmöglichen Dienstleister für das geplante Vorhaben auszuwählen, ist ein fundierter Marktüberblick unerlässlich. Welche Dienstleister gibt es im Markt? Wie ist das jeweilige Dienstleistungsportfolio aufgebaut? Wo gibt es freie Kapazitäten im Markt? Welche (fachlichen) Einschränkungen sind für eine attraktive Ausschreibung zu berücksichtigen? Aus diesem Grund müssen sich Unternehmen bereits in der Planungsphase kontinuierlich über neue Technologien, Marktentwicklungen und potenzielle Dienstleister informieren. Dies ermöglicht eine proaktive Anpassung der Ausschreibungsverfahren an aktuelle Marktgegebenheiten und minimiert das Risiko unvorhergesehener Hindernisse und fehlender bzw. unpassender Angebote.

Unternehmen, die diese Stolperfallen vorab erkennen und berücksichtigen, haben eine Wesentliche Hürde auf dem Weg zu einem erfolgreichen Vergabeverfahren gemeistert.

Unterstützungsleistungen HORIZONTE-Group:
Unsere Fachexperten stehen Ihnen jederzeit für Anfragen und Hilfestellungen im Themenkomplex Ausschreibungen zur Verfügung. Mit unserem modular aufgebauten Beratungsansatz können wir Ihnen in Abhängigkeit Ihres Bedarfs eine schnelle und passgenaue Unterstützung bei der Abwicklung Ihres anstehenden Vergabeverfahrens anbieten. Sprechen Sie uns gerne unverbindlich an.
Autoren: Konstantin Reimann und Philip Mühlberger


Festlegung zu § 14a Energiewirtschaftsgesetz

In­te­gra­ti­on steu­er­ba­rer Ver­brauch­sein­rich­tun­gen


Was bedeutet §14a EnWG für VNB und MSB?

Die Debatte rund §14a EnWG wirft seit Langem bei vielen Energieversorgungsunternehmen Fragen auf. Am 27.11.2023 haben die Beschlusskammern 6 und 8 der Bundesnetzagentur jedoch Regelungen zur Integration steuerbarer Verbrauchseinrichtungen festgelegt.

In den Festlegungen beschreibt die BNetzA, dass der Netzbetreiber den Anschluss von Wärmepumpen oder neuen privaten Ladeeinrichtungen für E-Autos zukünftig nicht mehr mit Verweis auf mögliche lokale Überlastung seines Netzes ablehnen oder verzögern kann. Wenn jedoch eine (akute) Überlastung des Netzes droht, dürfen Netzbetreiber die Belastung des Netzes reduzieren, indem sie den Strombezug von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen temporär „dimmen“. Damit dies funktioniert, müssen Netzbetreiber aber auch Messstellenbetreiber einige Aufgaben erledigen. Unter anderem der flächendeckende Rollout von intelligenten Messsystemen und Steuerboxen und stabile Prozesse sind hier zu nennen.

Die Dokumente finden Sie bei der BNetzA:

Sie wollen sich sich als MSB und VNB für die Zukunft rüsten?

Wir unterstützen eine Vielzahl von MSB und VNB auf ihrer Digitalisierungstransformation. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie an einem Austausch zu GNDEW und § 14a EnWG haben.

Rückblick auf unser Webinar:


energate-Forum in Berlin – Energieinfrastruktur im Wandel

Kurzzusammenfassung zum energate-Forum


Energieinfrastruktur im Wandel

Am 16. November 2023 hat im Berliner Oderberger-Hotel das erste energate-Forum stattgefunden. Zahlreiche Vertreter von Energieversorgern, Branchenverbänden, der Bundesnetzagentur und auch die Politik nahmen an der Veranstaltung mit dem Titel Energieinfrastruktur im Wandel in der Bundeshauptstadt teil. Unter den über 110 Teilnehmenden war auch unser HG-Berater und Wasserstoffexperte Carlo Weckelmann vertreten.

Der Schwerpunkt dieser Veranstaltung lag auf dem Thema Wasserstoff, passend zum kürzlich vorgestellten Wasserstoffkernnetz, was auch ein sehr präsentes Thema an diesem Tag war. Das Wasserstoffkernnetz soll rund 9.700 km Wasserstoffleitungen umfassen, wovon ca. 60 % aus der Umwidmung bestehenden Erdgasleitungen realisiert werden können.  „Es war eine sehr spannende und interessante Veranstaltung genau zum richtigen Zeitpunkt.“, resümierte Carlo Weckelmann. „Das Zeichen der Politik den Wasserstoffhochlauf weiter zu beschleunigen, kam in der Branche sehr gut an. Allein beim Teilnehmerkreis dieser Veranstaltung gab dies einen spürbaren Motivationsschub das Thema Wasserstoff weiter voranzutreiben“, so Weckelmann weiter.

Auch die HORIZONTE-Group unterstützt Energieversorger / Erdgasnetzbetreiber beim Thema Wasserstoff – besonders im Hinblick auf Machbarkeitsanalysen.

  • Sie haben Fragen zum Thema Wasserstoff? Sprechen Sie uns gerne an!
  • Sehen Sie sich hier Meldungen sowie die Bilderstrecke direkt beim energate messenger an


Wärmewende - Wasserstoff im Gebäudesektor als Wärmeversorgungsalternative

Wärmewende


Wasserstoff im Gebäudesektor

Mit dem frisch novellierten Gebäudeenergiegesetz und dem neuen Wärmeplanungsgesetz stehen die Eckpfeiler der Wärmewende in Deutschland. Spätestens zum 01.01.2045 dürfen keine fossilen Brennstoffe mehr in Heizungsanlagen verbrannt werden und Wärmenetze müssen treibhausgasneutral betrieben werden.

Während im novellierten Gebäudeenergiegesetz fossile Heizungsanlagen noch bis zur Erstellung der kommunalen Wärmeplanung in einer Kommune eine Option darstellen, so sollte vor dem Einbau einer neuen, fossilen Heizungsanlage dringend abgeraten werden. Der Grund dafür ist der CO2-Preis, welcher ab dem Jahr 2026 in den freien Zertifikathandel überführt wird und bis 2045 massiv steigen wird. Bei einem prognostizierten CO2-Preis von 520 €/t im Jahr 2045 (Vgl. Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change 2023) wäre das eine zusätzliche Belastung in Höhe von 13,0 Ct/kWh auf den Erdgaspreis und in Höhe von 16,1 Ct/kWh auf den Heizölpreis. Somit werden fossile Brennstoffe, welche heute aufgrund der Förderung von erneuerbaren Wärmeversorgungsalternativen, wenn überhaupt geringe Kostenvorteile aufweisen, keine attraktive Wärmeversorgungsoption werden.

Eine viel diskutierte Maßnahme ist dabei die Wärmeversorgung von Gebäuden mittels grünen Wasserstoffes. Während dieser heute noch nicht weitreichend am Markt verfügbar ist, sorgte die Leipziger Energiebörse EEX vor Kurzem zu Aufsehen mit der Ankündigung, dass bis zum Jahr 2030 Wasserstoff analog zu den Handelsprodukten Erdgas und Strom frei an der Börse handelbar sein wird.

Kann Wasserstoff damit auch für die Wärmeversorgung von Gebäuden zu einer Alternative, wenn nicht gar der zukünftig vorherrschenden Art der Gebäudeversorgung werden?

Dazu benötigt es einen Blick auf die anderen Arten zur Wärmeversorgung. In der kommunalen Wärmeplanung werden grundstücksscharf drei verschiedene Arten der Wärmeversorgung vorgeschlagen:

  • Die leitungsgebundene Wärmeversorgung (Fernwärme),
  • die leitungsgebundene Versorgung mit grünen Gasen (i.d.R. Wasserstoff) und
  • die Einzelversorgung (i.d.R. Wärmepumpen oder Biomassekessel).

Sowohl die Fernwärme als auch Möglichkeiten zur Einzelversorgung, häufig in Form einer Luft/Wasser-Wärmepumpe, weisen dabei heute deutliche ökonomische Vorteile auf, welche einem Großteil der Prognosen nach auch zukünftig bestehen werden.

Wasserstoffnetze werden häufig in dicht besiedelten Gebieten entstehen, wo auch Wärmenetze aufgrund der höheren Wärmedichte primär gebaut werden und kostengünstig betrieben werden können.

Die Wärmepumpe wird vor allem im Neubau und sanierten Gebäuden, mit einem geringeren spezifischen Wärmebedarf, die dominierende Wärmeversorgungsoption sein. Luft/Wasser-Wärmepumpen können mit einem SCOP von 2,5-3 betrieben werden und weisen somit einen deutlich geringeren elektrischen Einsatz pro kWh erzeugter Wärme auf als grüner Wasserstoff. Jedoch haben Wärmepumpen auch zwei entscheidende Nachteile. Ein flächendeckender Einsatz von Wärmepumpen ist häufig nur mit einer Stärkung des Stromnetzes möglich. Zudem fällt im Winter der größte Wärmebedarf an, gerade dann, wenn nur wenig erneuerbarer Strom im Netz ist.

Grüner Wasserstoff kann hingegen kostengünstig langfristig gespeichert werden. Allein im Jahr 2022 wurden 8 TWh Strom aus erneuerbaren Energien zur Netzstabilisierung abgeriegelt. Eine Zahl, die mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien weiter ansteigen wird. Wird dieser Überschussstrom zur Produktion von grünem Wasserstoff verwendet, so sinken die Gestehungskosten deutlich.

Während in Deutschland noch heiß über de Einsatz von Wasserstoff zur Heizung von Gebäuden diskutiert wird, scheint die Entscheidung in Großbritannien gegen Wasserstoff gefallen zu sein. Die National Infrastructure Commission, welche die Regierung berät, schlug vergangene Woche vor, von Wasserstoff als Wärmeversorgungsoption abzukehren und die Anstrengung auf die Elektrifizierung der Wärme zu setzen.

Fazit

Während Wasserstoff heute noch keine realistische Wärmeversorgungsoption darstellt, sollte in Zukunft nicht ausgeschlossen werden, dass der Wasserstoffmarkt weiter an Fahrt aufnimmt und Wasserstoff neben der Industrie und dem Schwertransport auch zur Wärmeerzeugung in Gebäuden eingesetzt wird. Eine flächendenkende Versorgung mit Wasserstoff ist dabei jedoch nicht zu erwarten.

Eins ist dabei klar. Die Infrastrukturplanung von Energieversorgungsunternehmen ist eine der zentralen Aufgaben zum Gelingen der Energiewende. Die Zielnetzplanung von Strom-, Gas- und Wärmenetzen weist unzählige Interdependenzen auf und muss im Rahmen der Energiewende zusammen gedacht werden.

Autor: Julian Hackert 


Dynamische Tarife mit TAF 5 umsetzen

Interview mit HG, TMZ und EMH zu dynamischen Tarifen


Wie können dynamische Tarife mit dem intelligenten Messsystem umgesetzt werden?

Dynamische Tarife bieten für Stromvertriebe neue Chancen – es gibt aber einige Fallstricke. Unser HG-Experte Jochen Buchloh beleuchtet in der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) gemeinsam mit Jörn Lutze (Geschäftsführung TMZ Thüringer Mess- und Zählerwesen Service GmbH) und Peter Heuell (Geschäftsführung EMH Metering) die Rahmenbedingungen, sowie Lösungsansätze, mit denen sich diese Fallstricke umgehen lassen.

Auf den metering days hat Peter Heuell in einem Vortrag skizziert, wie die Umsetzung dynamischer Tarife mittels Tarifanwendungsfall 5 (TAF5) erfolgen kann. So ist TAF7 abrechnungsrelevant, der ereignisvariable TAF 5 bietet aber eine kundenorientierte, transparente und risikoarme Lösung.

Das ganze Interview bei der ZfK

Lesen Sie den ganzen Beitrag hier bei der ZfK oder unten im pdf.

ZfK-Beitrag als PDF lesen

Das erläuternde Video von EMH: 

  • Lesen Sie auch unseren HG-Nachklapp zu den metering days 2023: klick.


Neues vom ESG Game changers Summit 2023

ESG-Summit 2023


Der ESG Game changers Summit 2023

Unsere Kollegen Andreas Pöhner und Sven Ulrich hatten am 25.10.2023 die Chance die HORIZONTE-Group AG als Gast beim ESG Game changers Summit 2023 von unserem Partner Hogan Lovells in München zu vertreten.

Viele tiefgreifende und konstruktive Diskussionen haben einmal mehr die Wichtigkeit des Themas ESG hervorgehoben, zeigen aber auch das wir noch einen Weg vor uns haben.

Insbesondere die Key Notes von Katherina Reiche (Vorstandsvorsitzende Westenergie AG) und Dr. Norbert Röttgen (Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages) haben dabei das Spannungsfeld zwischen Energiewende, notwendigen Investitionen und geopolitischen Implikationen deutlich aufgezeigt.

Wichtige Topics:

🚨 ESG ist kein softes Thema sondern wesentlich für die Erreichung unserer Klimaschutzziele genauso wie für unternehmerischen Erfolg!

📗 Bei der Umsetzung der EU Vorgaben zu CSRD und ESRS in nationales Recht ist eine Bürokratisierung à la DSGVO zu vermeiden. Der unternehmerische Handlungsspielraum zur Lösungsfindung muss bestehen bleiben.

📊 Um insbesondere Scope 3 Emissionen aktiv entlang der #Lieferkette managen zu können bedarf es zwingend einer Transparenz in Daten, Prozessen und Infrastrukturen verbunden mit einem durchgängigen Reporting.

🗺 Unternehmen müssen sicherstellen sich in der aktuellen geopolitischen Lage resilient aufzustellen, auch hier leistet ESG einen wichtigen Beitrag.

👨‍🏫 Transparenz und Bewusstsein sind wesentliche Eckpfeiler um ESG erfolgreich zu machen. Hierzu muss auch im Bereich der Bildung beigetragen werden.

👩‍🎓 Unternehmenswerte insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit haben eine hohe Wichtigkeit im Kampf um junge Talente.

💼 Die Leistungs- und Führungsebene muss konsequent hinter dem Thema stehen und aktiv in eine Lösungsfindung investieren.

Besonderer Dank gilt Thomas Dünchheim und seinem Team für die ausgesprochen gelungene und gut organisierte Veranstaltung.

Noch ein Tipp – Melden Sie sich jetzt für unser Webinar am 23. November 2023 an, um mehr über das Thema zu erfahren.

Autor: Andreas Pöhner 


Unterbinden sinkende Preisobergrenzen Smart-Meter-Geschäftsmodelle?

Rückblick auf die metering days 2023


Was war los auf dem Branchentreffen in Fulda?

Kein Wunder, dass die metering days dieses Jahr einen Besucherrekord mit 810 Teilnehmenden verzeichnen konnten, wurden doch die typischen HG-Farben petrol und orange für das Logo eingeführt. Unsere HG-Experten Jochen Buchloh, Bashkim Malushaj, Dr. Roland Olbrich, Frank Hirschi und Björn Terlinde waren mit Jennifer Tiedemann vor Ort und haben sich über viele anregende Gespräche und Impulse gefreut. Lesen Sie in 2 Teilen unseres Nachklapps, was uns in Fulda aufgefallen ist.

Teil 1: Der Überblick

Unisono waren sich die Teilnehmenden der metering days in Fulda sicher: Sollten die Preisobergrenzen sinken, erlebt der Smart-Meter-Rollout wieder einen Knick. Gesetzlich verpflichtende MSB-Zusatzdienstleistungen zur Schaffung von Mehrwerten für Kund*innen wären dann nicht umsetzbar, so die Meinung der Smart-Meter-Rollout-Umsetzer*innen. 

Weiterentwicklungen unter den Smart Metern

Die hitzige Diskussion um Preisobergrenzen zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung in Fulda. So gerieten die Vorstellung innovativer Themen wie die Umsetzungsidee für Dynamische Tarife mit TAF 5 [lesen Sie wie Sie die Smart-Metering-Infrastruktur aktivieren können in der E&M] oder die durch die TMZ vorgestellten technische Lösungen für „iRLMSys“, also intelligente Messsysteme für die registrierende Leistungsmessung (RLM) per LMN-Schnittstelle, fast etwas in den Hintergrund. Dennoch haben die metering days den Eindruck erweckt, dass die Technik bereit für den Massenrollout ist. Mit EFR konnte nach den etablierten SMGw-Herstellern Powerplus Communications (PPC), EMH Metering, Theben und Sagemcom Dr. Neuhaus nun auch ein fünfter Hersteller eine SMGw-Zertifizierung erfolgreich abschließen. Darüber hinaus kann Sagemcom Dr. Neuhaus durch die auf dem Kongress bekanntgegebene Rezertifizierung des Gateways auch neue Einsatzfelder mit den Tarifanwendungsfällen für Netzdienlichkeit und hochfrequente Messwertdaten erschließen.

Herausforderungen im Messstellenbetrieb: Ein enges Kostenkorsett 

Dennoch sehen die Messstellenbetreiber Risiken für den Smart-Meter-Rollout. Das enge Kostenkorsett auf Basis der Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) von 2014 schreibt Preisobergrenzen (POG) vor, welche das Ausbringen und Betreiben von intelligenten Messsystemen (iMSys) nicht auskömmlich machen. Während nach Veröffentlichung des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) im Jahre 2016 viele Wirtschaftlichkeitsrechnungen noch sinkende Kosten projizierten, traten in den letzten Jahren durch damals nicht vorhersehbare Komplexitätssteigerungen wie der Sicheren Lieferkette (SiLke), dem Sicheren Monteur (SiMon), Bauteile- und Lieferkrisen sowie geopolitischen Konflikten und erhöhte Inflationsraten Kostensteigerungen auf den Plan. Diese Aspekte wurden im Plenum als auch auf den Gesprächen der Fachausstellung immer wieder debattiert. Bereits im Vorfeld der metering days wurde dies auch in dem HG-Marktblick Metering deutlich: rund 60% der Teilnehmenden können innerhalb der festgelegten POG nicht wirtschaftlich agieren.

Auch die durch das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) neu etablierten verpflichtenden MSB-Zusatzleistungen erlauben keine Querfinanzierung, da die dafür gesetzten POG ebenfalls mehr als knapp bemessen sind. Sollte beispielsweise für die Ausbringung einer Steuerbox an einem bereits ausgerollten iMSys eine weitere Anfahrt durch die Monteur*in notwendig sein, wäre dies für den MSB bereits defizitär.

Neue Aufgaben und neue Kosten-Nutzen-Analyse

Eine durch das GNDEW ebenfalls neue Aufgabe für grundzuständige MSB stellt der “Einbau auf Kundenwunsch” dar. Ob dieser aus logistischen Gründen auch nur annähernd kostendeckend sei, wurde vielfach hinterfragt. Zu überlegen sei, ob dies einem „Vollrollout durch die Hintertür“ gleichkommt, um straßenzugsweise Rolloutprozesse – und Kosten zu optimieren.

Hoffnung ruhen in der Branche vor allem auf der neuen Kosten-Nutzen-Analyse, in der MSBs und weitere Marktakteure bis zum 20. Oktober ihre Einschätzungen zur Wirtschaftlichkeit und technischen Umsetzbarkeit des iMSys-Rollouts einbringen konnten.

Ob eine Anpassung der POGs tatsächlich im Sinne der MSBs stattfinden wird, ist indes noch anzuzweifeln. Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gaben an, dass auf Basis der neuen Erkenntnisse entschieden werde und dies nicht zwingend in steigende, sondern ggf. sogar in sinkende POGs resultieren könnte.

Teil 2 in der ZfK: Mehrwerte, CLS und kundenzentrierte Lösungen

Die Zeitung für kommunale Wirtschaft hat den 2. Teil unseres HG-Nachklapps online veröffentlicht. Lesen Sie den Beitrag hier bei der ZfK oder unten im pdf. Darin erfahren Sie, warum der iMSys-Rollout eine mehr als große Delle erleben werde, sollten auf Basis der neuen Kosten-Nutzen-Analyse die POG sinken.

ZfK-Beitrag als PDF lesen

 

Autoren: Frank Hirschi & Björn Terlinde
Unser HG-Experte Jochen Buchloh hat während der Podiumsdiskussion mit Michał Sobótka (GWAdriga), Sören Patzack (BET) und Michael Lehmann (MitNetz) den Schwerpunkt „Steuern im System“ diskutiert; © GWAdriga / Press’n’Relations.

 

Thementisch “Anwendungsbeispiele CLS-Management” unter Moderation von Frank Hirschi und Björn Terlinde;
© ZVEI-Services GmbH / Mark Bollhorst.

 

Was es im Hinblick auf Steuern und Schalten mit dem intelligenten Messsystem zu beachten gilt, erfuhren die Teilnehmenden im Fachvortrag von Dr. Roland Olbrich zum Thema „CLS-Infrastruktur aktivieren“.


Netzanschlussbegehren in den Griff bekommen

Werden Sie mit der HG als Netzbetreiber zum Vorreiter im Anschlussprozess


Regulatorische Vorgaben erfüllen und Prozesse optmieren

Wir beobachten gegenwärtig bei den meisten unserer Kunden, wie die Antragslast im Bereich von Einspeiseanlagen, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur dramatisch steigt. Aktuelle Prognosen bestätigen, dass sich dieser Trend weiter zuspitzen und auch noch viele Jahre anhalten wird. Zusätzlich wird der Druck auf die Prozesse von kurzfristig umzusetzenden regulatorischen Anpassungen weiter verschärft. Unter anderem §§6 und 19 NAV, §8 EEG 2023 sowie §14e EnWG drängen zu mehr Transparenz, Digitalisierung und deutlich schnelleren Antwort- und Bearbeitungszeiten.

Regulatorische Treiber zwingen Netzbetreiber zum Handeln

Ab dem 1. Januar 2024 sind Netzbetreiber dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass die Beauftragung der Netzanschlussherstellung online über ihre Website erfolgen kann. Dabei müssen sie einheitliche Formate und Anforderungen für diese Beauftragungen festlegen, um den Prozess zu standardisieren. Zusätzlich müssen Netzbetreiber den Anschlussnehmern innerhalb von zehn Werktagen nach Beauftragung den voraussichtlichen Zeitbedarf für die Herstellung des Netzanschlusses mitteilen.

Gemäß NAV § 19 sind definierte Mitteilungen seitens des Anschlussnehmers oder -nutzers erforderlich, und ab dem genannten Datum müssen diese Mitteilungen ebenfalls online auf der Website des Netzbetreibers erfolgen können. Des Weiteren schreibt EEG 2023 §8 vor, dass Netzbetreiber ein Webportal bereitstellen müssen, über das Netzanschlussbegehren gestellt und erforderliche Informationen übermittelt werden können.

Datenformate als Grundlage für die Umsetzung sind abgestimmt

Eine harmonisierte Abstimmung zwischen den Netzbetreibern bezüglich der Formate und Anforderungen für diese Mitteilungen ist notwendig, um den Prozess zu standardisieren. Der BDEW hat in Zusammenarbeit mit dem VDE FNN einen Leitfaden mit einem entsprechenden Datenset entwickelt, um Netzbetreiber bei der Umsetzung ihrer gesetzlichen Pflichten zu unterstützen. Dies soll dazu beitragen, den Prozess der Netzanschlussbearbeitung zu optimieren und den stetig steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Neue Fristen machen digitale Prozesse notwendig

Zusätzlich zu verpflichtenden Online-Kanälen hat sich auch die Art der Rückmeldung auf Netzanschlussanträge deutlich verschärft. NAV §19 Abs. 1: „Der Netzbetreiber hat dem Anschlussnehmer unverzüglich, aber spätestens innerhalb von zehn Werktagen nach Beauftragung der Herstellung des Netzanschlusses den voraussichtlichen Zeitbedarf für die Herstellung des Netzanschlusses mitzuteilen“. EEG 2023 §8 geht einen Schritt weiter und legt fest, dass Netzbetreiber nach Eingang eines Netzanschlussbegehrens unverzüglich, spätestens aber innerhalb von acht Wochen einen genauen Zeitplan für die Bearbeitung und Informationen welche seitens des Anschlussbegehrenden zu übermitteln sind aufzeigen müssen. Bei Anlagen mit bis zu 10,8 kW installierter Leistung muss der Zeitplan bereits innerhalb eines Monats nach Antragsstellung übermittelt werden, sonst können die Anlagen unter Einhaltung der für die Ausführung eines Netzanschlusses maßgeblichen Regelungen angeschlossen werden.

Die Änderungen versprechen Anschlussbegehrenden einen schnelleren, standardisierten Prozess mit einem hohen Maß an Transparenz. Angesichts des zunehmenden Massengeschäfts in der Niederspannung verschärfen sich die prozessualen Herausforderungen von Netzbetreibern bei der Bearbeitung von Netzanschlussbegehren. Insbesondere bei PV-Anlagen, Wallboxen und Wärmepumpen steigen die Anfragen massiv an.

Unsere Leistungen: Quickcheck, Umsetzungskonzept und Implementierungsbegleitung mit BI

Die HORIZONTE-Group bietet ein breites Spektrum an Lösungen, um Netzbetreibern in der akuten Phase mit der Antragsbewältigung zu unterstützen und diese langfristig optimal aufzustellen. Angefangen mit einem Quickcheck zur Aufnahme der Bestandsituation, über die Erarbeitung und Umsetzung von Lösungskonzepten und die Auswahl und Ertüchtigung geeigneter Kunden-Portale. Parallel erfolgt das Aufsetzen eines aussagekräftigen Echtzeit-Reportings über moderne Business-Intelligence-Lösungen, um Transparenz über den Prozess zu verschaffen, Schwachstellen aufzuzeigen und eine optimale Steuerung zu ermöglichen.

Unsere Leistungen:

  • Schnelle Bestandsaufnahme: Wir analysieren Ihre aktuellen Prozesse innerhalb von 1-2 Tagen, identifizieren Abweichungen und Schwachstellen sowie vorhandene Dokumentationen.
  • Lösungskonzepte: Unsere Experten erstellen fundierte Lösungskonzepte und Empfehlungen, integrieren Ihre Systeme, bieten kurzfristige Entlastung und unterstützen Sie bei der Anpassung an Kundenwünsche.
  • Portal-Auswahl: Wir helfen Ihnen, das richtige Frontend-Portal auszuwählen, indem wir klare Anforderungen definieren, Ausschreibungen vorbereiten, Angebote bewerten und Vergabegespräche begleiten.
  • Effiziente Implementierung: Unsere Experten rüsten Ihre IT-Landschaft auf, integrieren Datenquellen, implementieren Prozesse und führen umfassende Tests durch.
  • Transparentes Reporting: Wir schaffen Transparenz über Eingangsvolumen und Prozessdurchläufe, identifizieren Engstellen und ermöglichen gezielte Verbesserungen.

Ihr Nutzen:

  • Effizienzsteigerung und Standardisierung: Die HORIZONTE-Group optimiert gemeinsam mit Ihren Fachbereichen Ihre Prozesse, sodass standardisierte Abläufe für Anschlussanfragen ermöglicht werden, was Zeit und Ressourcen spart.
  • Kundenzufriedenheit: Wir verbessern die Kommunikation mit Ihren Kunden, steigern deren Zufriedenheit und stärken die Kundenbindung.
  • Transparentes Reporting: Dank PowerBI bieten wir klare Einblicke in Ihre Prozesse, damit Sie Engstellen erkennen und gezielt verbessern können.
  • Zeit- und Ressourceneinsparungen: Wir unterstützen Sie bei der Auswahl geeigneter Portale und bieten Entlastungsoptionen im Tagesgeschäft, um Zeit und Ressourcen zu sparen.

 

Mit diesen Vorteilen werden Sie wettbewerbsfähiger und effektiver in einer anspruchsvollen regulatorischen Umgebung.

 


ESG-Reporting: das neue HG-Geschäftsfeld stellt sich vor

HG-Kompetenz in Sachen Nachhaltigkeitsreporting (ESG) entdecken


Die CSRD – Game Changer im Kampf um Kapital

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2024 weiten sich die von der EU auferlegten Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, engl. Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) auf schätzungsweise 50.000 in der EU ansässige oder mit einer Niederlassung in der EU tätige Unternehmen aus.

Wesentliches Ziel der EU ist es, neben der allgemein anerkannten Finanz-Berichterstattung die Nicht-Finanz-Berichterstattung zu stärken. So soll insbesondere Stakeholdern, Investoren und öffentlichen Entscheidungsträgern die Möglichkeit gegeben werden, auf Basis der veröffentlichten Kennzahlen das Geschäftsgebaren eines Unternehmens und dessen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu bewerten.

Das ESG-Reporting gemäß CSRD-Richtlinie soll dazu beitragen, dass in der EU bis zum Jahr 2050 benötigte Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 350 Mrd. Euro zu generieren. Das Kapitel wird dringend benötigt, um die Dekarbonisierung der Sektoren Verkehr, Landwirtschaft, Industrie und Energie zu finanzieren und so den Weg hin zu einem klimaneutralen Kontinent zu ebnen.

Bereits heute unterliegen einzelne Marktakteure den nicht finanziellen CSR-Berichtspflichten, engl. Non-Financial Reporting Directive, NFRD. Diese regelt jedoch nur die anzugebenden Informationen. In der Ausgestaltung ist es jedem Unternehmen selbst überlassen, ob und wenn ja welche Standards herangezogen werden. Das ändert sich zum 01.01.2024 grundlegend.

Auf Form und Inhalt kommt es an

Während die CSRD-Richtlinie die gesetzlichen Rahmenbedingungen liefert, bilden die europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards, engl. European Sustainability Reporting Standards (ESRS) die Leitlinien, nach denen in der EU zukünftig Berichte zu den Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensleitung, engl. Environment, Social and Governance (ESG-Reporting) zu erstellen sind.

Die ESRS sind von den betroffenen Unternehmen, gestaffelt nach dem Erstanwendungszeitpunkt, erstmals ab dem 01.01.2024 für Geschäftsjahre die am oder nach dem 01.01.2024 beginnen, anzuwenden.

Zum 31.07.2023 veröffentlichte die EU die finale Fassung des ersten Sets der ESRS mit 12 fest definierten Reporting Standards.

Neben den erweiterten Angaben zu den drei Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensleitung sollen in den übergreifenden Standards allgemeine Informationen zum Unternehmen und seiner Organisation ausgewiesen werden. Zusätzlich adressieren die übergreifenden Standards, welche Angaben aus Unternehmenssicht obligatorisch oder nur bei vorliegender Wesentlichkeit erforderlich sind.

Übersicht der europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards, ESRS Set 1

Stichwort doppelte Wesentlichkeit

Eine der zentralen Neuerungen der CSRD ist die Einführung des Prinzips für die doppelte Wesentlichkeit, auch doppelte Materialität genannt.

Wie in der Finanzberichterstattung, gilt für Nachhaltigkeitsberichte, dass sie sich auf die wesentlichen Aspekte eines Unternehmens beziehen sollten, um den Empfängern aussagekräftige, verlässliche und vergleichbare Informationen bereitzustellen. Die als Eingrenzung im Aufbau eines ESG-Reports benannte „Wesentlichkeit“ wird in der CSRD neu definiert. Erstmalig sind Unternehmen verpflichtet, zwei Perspektiven zur Bewertung eines wesentlichen Nachhaltigkeitsaspektes heranzuziehen.

Ein Bereich ist für ein Unternehmen dann als „wesentlich“, wenn Chancen oder Risiken finanzieller Natur durch den Geschäftserfolg entstehen. Diese finanzielle Wesentlichkeit, engl. Financial Materiality, wird auch als Outside-In Perspektive bezeichnet.

Die Inside-Out Perspektive hingegen betrachtet die positiven wie negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Menschheit, engl. Impact Materiality. Dabei spielt es keine Rolle, ob das identifizierte Thema bereits existierende Auswirkungen verzeichnet oder diese nur potentiellen Charakter haben.

Ein Thema ist somit als wesentlich einzustufen und als Bestandteil des ESG-Reports auszuweisen, wenn es mindestens einer von beiden Perspektiven zuzuordnen ist.

Der frühe Vogel…

Auch wenn die Überführung der europäischen Vorgaben in deutsches Recht noch aussteht, lohnt es für Unternehmen sich mit den erforderlichen Vorarbeiten einer CSRD-konformen Berichterstattung bereits heute auseinanderzusetzen.

Auf Basis einer ersten Bewertung lässt sich ermitteln, inwieweit sich Ihre Unternehmung den Anforderungen der CSRD bereits heute gewachsen sieht.

Mit Hilfe einer Wesentlichkeitsanalyse (siehe Doppelte Wesentlichkeit) können die wesentlichen Berichtsthemen zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung eingegrenzt werden.

Wenn Sie sich jetzt mit Ihren Berichtsverpflichtungen auseinandersetzen und so die Transparenz für die eigene Nachhaltigkeit stärken, schaffen Sie zudem eine direkte Grundlage für die Realisierung der Anforderungen aus dem neuen Energieeffizienzgesetz der Bundesregierung. Und dabei gilt die Devise – aller Anfang ist schwer.

Das neue Geschäftsfeld ESG & Plattform Strategien

Um unseren Kunden für die anstehenden Herausforderungen weiter als verlässlicher Partner mit ganzheitlichen Lösungen zur Seite zu stehen, bündelt die HG ihre Beratungskompetenzen in einem neuen Team.

Das im Juli an den Start gegangene Geschäftsfeld ESG & PLATTFORM STRATEGIEN erfreut sich einem schnellen Wachstum und hat bereits in den ersten Wochen an Expertise und Ressourcenstärke stark gewonnen. Dabei fokussiert man sich neben dem Kernthema einer Umsetzung der CSRD-Richtlinie auch auf die stark angrenzenden Bereiche des Lieferkettengesetzes und der Kreislaufwirtschaft.

  • Sie wollen sich intensiver mit den neuen Vorgaben auseinandersetzen und haben konkrete Fragen?
  • Sie wollen wissen, ob Sie und Ihr Unternehmen von den Regelungen betroffen sind?
  • Oder Sie wollen uns und unsere Arbeit einfach gern näher kennen lernen?

Dann zögern Sie nicht auf Andreas Pöhner (Senior Manager, Leiter BU ESG | PS) oder Maximilian Schulz (Senior Strategy Consultant) zuzukommen. Wir freuen uns auf Sie.

Noch ein Tipp – jetzt zu unserem Webinar am 23. November 2023 anmelden: klick.

Auch der folgende Beitrag könnte Sie interessieren: