Wirtschaftlichkeit im Messstellenbetrieb braucht Transparenz
e|m|w-Magazin: Was man nicht messen kann, kann man nicht steuern
In ihrem Beitrag „Was man nicht messen kann, kann man nicht steuern“ erläutern unser Senior Partner Jochen Buchloh und unser Manager Frank Hirschi ausführlich, warum viele grundzuständige Messstellenbetreiber (gMSB) ihre tatsächliche Wirtschaftlichkeit nicht kennen und welche Steuerungsansätze sich daraus ableiten lassen.
Der Rollout moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme schreitet voran. Doch wie wirtschaftlich arbeitet der grundzuständige Messstellenbetrieb tatsächlich?
Diese Frage lässt sich in vielen Unternehmen nicht eindeutig beantworten. Zwar liegen Daten zu Einbauzahlen, Rolloutquoten oder technischen Prozessen vor. Ein belastbares Gesamtbild über Leistungen, Kosten und Erlöse fehlt jedoch häufig.
Genau hier liegt eine zentrale Herausforderung. Denn der grundzuständige Messstellenbetrieb folgt einer anderen wirtschaftlichen Logik als der regulierte Netzbetrieb.
- Sie haben Interesse an einem MSB-Benchmark? Lesen Sie hier mehr dazu.
Ein eigenständiges wirtschaftliches Geschäftsfeld
Mit dem Messstellenbetriebsgesetz wurde der grundzuständige Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme aus der klassischen Refinanzierungslogik der Anreizregulierung herausgelöst.
Die Refinanzierung erfolgt im Wesentlichen über Preisobergrenzen für Standardleistungen sowie über verpflichtende und optionale Zusatzleistungen nach § 34 MsbG. Während die Erlösmöglichkeiten damit weitgehend vorgegeben sind, werden die Kosten durch technische Anforderungen, zunehmende Digitalisierung und komplexere Prozesse beeinflusst.
Für die wirtschaftliche Steuerung ergibt sich daraus eine klare Konsequenz. Wenn der Erlösrahmen nur begrenzt verändert werden kann, müssen Leistungen und Kosten umso genauer verstanden und gesteuert werden.
In vielen Unternehmen ist diese Transparenz bislang jedoch nicht ausreichend vorhanden.
Historisch gewachsene Strukturen erschweren die Zuordnung
Der grundzuständige Messstellenbetrieb ist organisatorisch nur selten als eigenständige Einheit aufgestellt. Mitarbeitende, Systeme und Prozesse werden häufig gemeinsam mit dem konventionellen Messwesen oder weiteren Sparten wie Gas, Wasser und Wärme genutzt.
Auch die Abgrenzung zum Netzbetrieb, zum Vertrieb und zu zentralen Unternehmensfunktionen ist im operativen Alltag nicht immer eindeutig. Das führt dazu, dass Leistungen und Kosten nicht verursachungsgerecht zugeordnet werden können.
Betroffen sind insbesondere mehrere Kostenbereiche.
- Personalkosten
Mitarbeitende übernehmen häufig Aufgaben für unterschiedliche Marktrollen und Sparten. Dazu gehören beispielsweise Geräteverwaltung, Rolloutplanung, Wechselprozesse, Störungsbearbeitung, Abrechnung und Marktkommunikation.
Ohne eine nachvollziehbare Erfassung bleibt unklar, welcher Aufwand tatsächlich dem grundzuständigen Messstellenbetrieb zuzurechnen ist.
- IT- und Systemkosten
ERP-Systeme, Energiedatenmanagement, Marktkommunikation, Workforce-Management, Portale, Schnittstellen sowie Sicherheits- und Kommunikationsinfrastrukturen werden meist von mehreren Unternehmensbereichen genutzt.
Die technische Nutzung eines Systems zeigt jedoch nicht automatisch, welcher Bereich die entstehenden Kosten wirtschaftlich tragen sollte.
- Prozesskosten
Der digitale Messstellenbetrieb bringt zusätzliche und teilweise neue Prozesse mit sich. Dazu zählen unter anderem die Beschaffung und Konfiguration der Geräte, die Gateway-Administration, die Messwertverarbeitung, das Störungsmanagement, die Steuerbarkeit und die Abwicklung von Zusatzleistungen.
Sind diese Abläufe nicht sauber in Kostenstellen oder Prozesskostenmodellen abgebildet, lässt sich ihre Wirtschaftlichkeit kaum bewerten.
- Dienstleister- und Plattformkosten
Viele Messstellenbetreiber beziehen Leistungen wie Gateway-Administration, IT-Plattformen, Kommunikationsanbindung, Rollout-Unterstützung oder CLS-Management von externen Anbietern.
Gerade bei noch geringen Rolloutmengen können Fixkosten die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinflussen. Umso wichtiger ist es, interne und externe Leistungserbringung belastbar miteinander vergleichen zu können.
- Gemeinkosten und Overhead
Auch Controlling, Einkauf, Recht, Datenschutz, IT-Sicherheit und Projektmanagement leisten einen Beitrag zum Messstellenbetrieb. Pauschale Umlagen bilden diesen Beitrag jedoch häufig nur unzureichend ab.
Für eine wirksame Steuerung muss nachvollziehbar sein, welche Leistungen tatsächlich in Anspruch genommen werden und welche Kosten daraus entstehen.
Fehlende Transparenz erschwert wichtige Entscheidungen
Ohne ein belastbares Bild der Kosten- und Erlössituation fehlen die Grundlagen für zentrale strategische und operative Entscheidungen.
Dazu gehören unter anderem folgende Fragen:
- Soll die Gateway-Administration selbst erbracht oder ausgelagert werden?
- Sind Kooperationen oder Plattformmodelle wirtschaftlich sinnvoll?
- Welche Rolloutcluster verursachen besonders hohe Kosten?
- Welche Prozesse sollten stärker standardisiert oder automatisiert werden?
- Wo entstehen tatsächlich Skaleneffekte?
- Welche Zusatzleistungen können einen Beitrag zur Refinanzierung leisten?
Solche Entscheidungen sollten nicht allein auf technischen Einschätzungen oder pauschalen Annahmen beruhen. Sie benötigen eine nachvollziehbare wirtschaftliche Datengrundlage.
Drei Schritte zu einer wirksamen Steuerung
Um den grundzuständigen Messstellenbetrieb wirtschaftlich steuern zu können, sind aus unserer Sicht drei Voraussetzungen entscheidend.
1. Eine eindeutige Gesamtverantwortung etablieren
Die technische und wirtschaftliche Verantwortung für das Metering sollte an einer zentralen Stelle zusammengeführt werden. Dazu gehört auch die Verantwortung für Prozesse, Systeme, Kosten und Erlöse.
Nur wenn Zuständigkeiten eindeutig definiert sind, kann das Geschäftsfeld entlang gemeinsamer Ziele gesteuert werden.
2. Kosten und Erlöse verursachungsgerecht zuordnen
Im nächsten Schritt müssen die relevanten Leistungsbereiche beschrieben und die zugehörigen Kosten- und Erlöspositionen eindeutig abgegrenzt werden.
Vorhandene Funktions- und Prozessmodelle bieten hierfür eine geeignete Grundlage. Entscheidend ist, dass gemeinsam genutzte Ressourcen nicht lediglich pauschal verteilt, sondern anhand nachvollziehbarer Kriterien zugeordnet werden.
3. Funktionsbereiche über Zielkosten steuern
Da der Erlösrahmen weitgehend vorgegeben ist, sollte die Steuerung des Messstellenbetriebs auf klaren Kostenvorgaben für die einzelnen Leistungsbereiche aufbauen.
Ein kontinuierliches Monitoring zeigt, wo Zielwerte eingehalten werden, wo Abweichungen entstehen und welche Maßnahmen erforderlich sind. Es schafft zugleich die Grundlage für Entscheidungen über Automatisierung, Kooperationen oder die Auslagerung einzelner Leistungen.
Digitalisierung wirkt erst auf einer belastbaren Datengrundlage
Automatisierung und künstliche Intelligenz können dabei helfen, personalintensive Prozesse zu vereinfachen und Abläufe effizienter zu gestalten. Ihr wirtschaftlicher Nutzen lässt sich jedoch nur bewerten, wenn Leistungen, Mengen und Kosten bereits transparent sind.
Digitalisierung ersetzt daher keine wirtschaftliche Steuerung. Sie kann ihre Wirkung erst entfalten, wenn Verantwortlichkeiten geklärt, Prozesse beschrieben und relevante Daten verfügbar sind.
Wirtschaftlichkeit wird zur Führungsaufgabe
Die Herauslösung des grundzuständigen Messstellenbetriebs aus der Anreizregulierung war ein grundlegender Paradigmenwechsel. Die dafür erforderlichen Steuerungsmodelle sind in vielen Unternehmen jedoch noch nicht vollständig etabliert.
Historisch gewachsene Organisationsstrukturen und gemeinsam genutzte Ressourcen sind dabei kein grundsätzliches Hindernis. Sie müssen aber so abgebildet werden, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Messstellenbetrieb sichtbar werden.
Erst diese Transparenz ermöglicht es, Kosten gezielt zu beeinflussen, Optimierungspotenziale zu erkennen und den grundzuständigen Messstellenbetrieb langfristig wirtschaftlich auszurichten.
Der Beitrag ist in der Ausgabe 4|2026 des Fachmagazins e|m|w erschienen. Mitglieder des energate Clubs können diesen auch als Onlineartikel nachlesen.
Ergänzende Hinweise:
Autor: Alexander Murrenhoff
Was liegthinter dem Horizont?
Wir kennen die Themen. Wir organisieren die Antworten.
Von der Umsetzung regulatorischer Anforderungen bis zum
Aufbau neuer Geschäftsmodelle.
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HG-Marktblick: MSB-Wirtschaftlichkeitsbenchmark
Wirtschaftlichkeit beginnt mit Transparenz
Interesse am Benchmarking vormerken
Der Rollout intelligenter Messsysteme gewinnt an Geschwindigkeit. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Prozesse, IT, Dienstleistersteuerung und Finanzierung.
Viele grundzuständige Messstellenbetreiber können ihre vollständigen Kosten und Erlöse jedoch noch nicht verursachungsgerecht einzelnen Leistungen, Messstellen oder Prozessschritten zuordnen (lesen Sie dazu unseren HG-Beitrag in der e|m|w: klick). Damit fehlt eine belastbare Grundlage für Make-or-buy-Entscheidungen, Automatisierung, Dienstleistersteuerung und die gezielte Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.
Der HG-Marktblick MSB-Wirtschaftlichkeitsbenchmark soll Transparenz schaffen und die eigene Position mit strukturell vergleichbaren Messstellenbetreibern einordnen. Merken Sie jetzt unverbindlich Interesse am HG-Marktblick MSB-Benchmarking vor und gestalten Sie die Methodik mit.
Sie haben Interesse? Tragen Sie sich im Formular ein und wir kommen auf Sie zurück (bitte „Inhalt entsperren“ klicken oder hier in neuem Fenster öffnen):
Was erhalten teilnehmende Unternehmen?
- Einordnung der eigenen Kennzahlen in geeignete Vergleichsgruppen (vertrauliche Datengrundlage vorgesehen)
- Identifikation wesentlicher Kostentreiber
- Hinweise auf Prozess- und Effizienzpotenziale
- Grundlage für Make-or-buy- und Investitionsentscheidungen
- Austausch zu Strukturen und Lösungsansätzen anderer MSB
Weiterführende Impulse
Nehmen Sie gern auch an unserer Marktblick-Umfrage zum Thema Steuerung in der Niederspannung teil:
- klicken Sie hier um die Umfrage in einem neuem Fenster zu öffnen.
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energate talk: Smart Metering im Fokus – neue Impulse für den Rollout?
energate talk: Smart Metering im Fokus
Welche Auswirkungen haben der EU-Verordnungsentwurf zu verbindlichen Smart-Meter-Rolloutquoten und die angekündigte Einführung eines „Smart Meter Light“ auf den deutschen Rollout? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des kommenden energate talk.
Unser HG-Experte Frank Hirschi diskutiert gemeinsam mit Mandy Schwerendt (LichtBlick SE), Elke Temme (Stadtwerke Bochum Holding GmbH) und Claus Fest (Calisen Deutschland GmbH) über aktuelle Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen für die Praxis.
Veranstaltungsdetails
energate talk: Smart Metering im Fokus – neue Impulse für den Rollout?
📅 05. August 2026
🕒 15:00–16:00 Uhr
💻 Digital & kostenfrei: jetzt anmelden
Aktualisierung am 6. August 2026:
Schauen Sie sich die Aufzeichnung des energate talks auf youtube an. Mit dabei waren neben unserem HG-Experten Frank Hirschi auch Elke Temme (Stadtwerke Bochum Holding GmbH), Alexander Vogt (LichtBlick SE) und Claus Fest (Calisen Deutschland GmbH).
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Berliner Energiestammtisch: Steuerung in der Niederspannung
Steuerung in der Niederspannung – Regulatorik und Umsetzungspraxis
Wie gelingt die intelligente Steuerung in der Niederspannung in der Praxis? Beim Berliner Energiestammtisch des IKEM stehen aktuelle regulatorische Entwicklungen sowie Erfahrungen aus laufenden Umsetzungsprojekten im Mittelpunkt.
Nach einer regulatorischen Einordnung durch das IKEM geben HG-Experten Jendrik Ulfig und Frank Hirschi (HORIZONTE-Group) Einblicke in aktuelle Projekte und diskutieren Herausforderungen und Erfolgsfaktoren aus der Umsetzungspraxis.
Veranstaltungsdetails
Berliner Energiestammtisch
Steuerung in der Niederspannung – Regulatorik und Umsetzungspraxis
📅 26. August 2026
📍 Design Offices Berlin Humboldthafen
⏰ Einlass: 17:45 Uhr
🎤 Beginn: 18:15 Uhr
👉 Weitere Informationen und Anmeldung:
https://www.ikem.de/steuerung-in-der-niederspannung-regulatorik-und-umsetzungspraxis/
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Was liegthinter dem Horizont?
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Von der Umsetzung regulatorischer Anforderungen bis zum
Aufbau neuer Geschäftsmodelle.
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Zwei Wallboxen als gelungenes Beispiel für die gruppenweite Zusammenarbeit
Zwei neue Wallboxen in Baunatal zeigen, wie Zusammenarbeit innerhalb der HORIZONTE-Group wirkt
Seit kurzem verfügt die metelligent GmbH am Standort Baunatal über zwei neue Wallboxen. Was zunächst wie eine technische Erweiterung wirkt, ist für uns zugleich ein praktisches Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit innerhalb der HORIZONTE-Group funktioniert.
Die Installation wurde durch das Team der HORIZONTE-Group Technik GmbH fachgerecht und zügig umgesetzt. Damit zeigt das Projekt im Kleinen, was auch im Kundengeschäft immer wichtiger wird: Kompetenzen werden gebündelt, Wege bleiben kurz und aus einer konkreten Anforderung entsteht schnell eine tragfähige Lösung.
Ladeinfrastruktur als praktische Standortentwicklung
Für Unternehmen wird Ladeinfrastruktur zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Standorte. Dabei geht es nicht nur um die Montage einzelner Ladepunkte. Entscheidend ist, dass die technische Lösung zum Standort, zur vorhandenen Infrastruktur und zum künftigen Bedarf passt.
Bei metelligent schaffen die neuen Wallboxen zusätzliche Lademöglichkeiten und stärken zugleich die Infrastruktur am Standort Baunatal. Das Projekt zeigt, wie Elektromobilität pragmatisch in bestehende Unternehmensumfelder integriert werden kann.
metelligent und HORIZONTE-Group Technik im Zusammenspiel
Die metelligent GmbH ist innerhalb der HORIZONTE-Group auf Montagedienstleistungen für Messstellenbetreiber spezialisiert. Dazu gehören unter anderem die Montage moderner Messeinrichtungen, intelligente Messsysteme sowie Aufgaben rund um Prüfung und Dokumentation von Hausanschlüssen.
Die HORIZONTE-Group Technik GmbH ergänzt diese operative Stärke um technische Leistungen rund um E-Mobilität, Ladeinfrastruktur, Planung, Umsetzung, Wartung, Instandhaltung und Backend-Lösungen.
Gerade diese Kombination macht die Zusammenarbeit sinnvoll. metelligent bringt die Erfahrung aus der operativen Umsetzung im Messwesen ein. Die HORIZONTE-Group Technik GmbH übernimmt die technische Planung und Realisierung von Infrastrukturlösungen. Zusammen entsteht ein Leistungsverständnis, das nicht bei der Beratung endet, sondern bis zur praktischen Umsetzung reicht.
Breite Leistung aus einer Gruppe heraus
Für Kundinnen und Kunden der HORIZONTE-Group ist diese Verbindung ein wichtiger Mehrwert. Viele Projekte in der Energiewirtschaft betreffen heute mehrere Ebenen gleichzeitig: Strategie, Technik, Prozesse, Betrieb und Umsetzung.
Ladeinfrastruktur ist dafür ein gutes Beispiel. Neben der Installation spielen auch Standortbewertung, Netzanschluss, Last- und Lademanagement, Betrieb, Wartung und mögliche Abrechnungsmodelle eine Rolle. Durch die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe können solche Anforderungen ganzheitlicher betrachtet und effizienter umgesetzt werden.
Das gilt auch für weitere Themen der Energiewende. Ob Messwesen, intelligente Messsysteme, technische Infrastruktur, Elektromobilität oder energiewirtschaftliche Beratung: Innerhalb der HORIZONTE-Group greifen unterschiedliche Kompetenzen ineinander.
Ein kleines Projekt mit klarer Aussage
Die zwei neuen Wallboxen in Baunatal sind daher mehr als ein internes Infrastrukturprojekt. Sie zeigen, wie konkrete Anforderungen innerhalb der Gruppe schnell, fachlich sauber und praxisnah umgesetzt werden können.
Ein besonderer Dank gilt dem Team der HORIZONTE-Group Technik GmbH für die zuverlässige Installation.
Solche Projekte machen sichtbar, was gute Zusammenarbeit innerhalb der HORIZONTE-Group auszeichnet: kurze Wege, ergänzende Kompetenzen und ein gemeinsamer Blick auf die Anforderungen der Energiezukunft.
Autor: Alexander Murrenhoff
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Stadtwerke brauchen eine neue Finanzarchitektur
535 Mrd. EUR bis 2045 und es geht nicht um Verteidigung, jedoch um Resilienz. Bilanz-Resilienz.
Der Investitionsbedarf für die Transformation der Energiewirtschaft ist enorm. PwC taxiert ihn bis 2045 auf rund 535 Mrd. EUR.
Für viele Energieversorger bedeutet das: Die geplanten Investitionen steigen auf ein Vielfaches dessen, was historisch im lokalen Energiegeschäft üblich war.
Die bisherige Finanzierungslogik reicht dafür nicht mehr aus. Lange konnten Investitionen häufig aus dem laufenden Cashflow finanziert werden. Ergänzend kam, wenn nötig, die lokale Hausbank hinzu. Diese Welt verändert sich gerade grundlegend. Aus meiner Sicht sind vier Entwicklungen bemerkenswert:
1. Eigenkapital wird zum Engpass
Eigenkapitalquoten geraten unter Druck. Gleichzeitig erwarten Banken für attraktive Finanzierungskonditionen weiterhin robuste Quoten von etwa 25 bis 30 Prozent. Kommunale Gesellschafter können diese Lücke häufig nicht schließen. Die Haushaltslagen sind angespannt, das kommunale Finanzierungsdefizit erreichte 2025 mit 31,9 Mrd. EUR einen Rekordwert. Hinzu kommt ein Investitionsrückstand von über 215 Mrd. EUR
2. Fördermittel werden strategisch relevanter
Fördermittel sind nicht länger nur Zusatzoption. Sie werden zunehmend Bestandteil einer belastbaren Finanzierungsstrategie. Die KfW hat mit dem Deutschlandfonds ein wichtiges Instrument geschaffen. Auch Landesförderbanken in Hessen, NRW und Niedersachsen entwickeln eigene Programme. Weitere Angebote dürften folgen.
3. Mezzanine Kapital wird interessanter
Nachrangdarlehen und andere hybride Finanzierungsformen können eine wichtige Brücke zwischen Eigenkapital und Fremdkapital bilden. Entscheidend ist dabei nicht das Instrument an sich, sondern die konkrete Ausgestaltung. Jedes Stadtwerk sollte prüfen, welche Struktur zur eigenen Bilanz, zur Risikoposition und zur Gesellschafterlogik passt.
4. Bilanzexterne Finanzierungen gewinnen an Bedeutung
Wenn die Bilanz zusätzliche Finanzierungen nicht mehr trägt, können projektbezogene Strukturen mit privatem Kapital eine sinnvolle Beimischung sein. Privates Kapital ist vorhanden. Gleichzeitig nähern sich Stadtwerke und Investoren in ihren Erwartungen zunehmend an.
Was Nun!?
Die Passivseite der Bilanz wird in den kommenden Jahren zu einem strategischen Handlungsfeld. Es geht nicht mehr nur darum, Investitionen technisch und operativ zu planen. Es geht darum, die Mittelherkunft neu zu denken. Die Klaviatur ist breit:
- Gesellschafterdarlehen
- Fördermittel
- Mezzanine Kapital
- Bürgerbeteiligungen
- Crowd Funding
- Anleihen
- Projektfinanzierungen
- Private Partnerschaften
Wichtig ist, sich jetzt mit dieser neuen Finanzierungswelt auseinanderzusetzen.
Nicht erst, wenn Investitionen anstehen.
Nicht erst, wenn die Bilanz eng wird.
Nicht erst, wenn die Hausbank nicht mehr ausreicht.
Die Energiewende wird nicht allein an Technologie, Regulierung oder Akzeptanz entschieden. Sie wird auch daran entschieden, ob Stadtwerke rechtzeitig eine tragfähige Finanzarchitektur für die nächste Investitionsdekade aufbauen.
Autor: P. Dennis Niederhagen
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Steuerungsrollout am Wendepunkt
Warum 2026 zur entscheidenden Übergangsphase wird
Der Steuerungsrollout wird zunehmend zu einer zentralen Umsetzungsfrage der Energiewende. Dabei zeigt sich: Die größte Herausforderung liegt nicht allein in der Technik, sondern im Zusammenspiel von IT-Systemen, Prozessen, Marktrollen und operativer Umsetzung.
In der Ausgabe 5/6 2026 (Mai/Juni) von stadt+werk ordnet Dr. Roland Olbrich die Ergebnisse der Technischen Studie 2.0 ein und zeigt, warum 2026 weniger als klassisches Zieljahr, sondern vielmehr als entscheidende Übergangsphase verstanden werden muss.
Die Der vollständige Fachbeitrag ist nachfolgend als PDF eingebunden.
Was liegthinter dem Horizont?
Wir kennen die Themen. Wir organisieren die Antworten.
Von der Umsetzung regulatorischer Anforderungen bis zum
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Webinar: Vergaberecht in der Energiewirtschaft
Vergaberecht in der Energiewirtschaft
Exklusives Fachwebinar zum Vergaberecht in der Energiewirtschaft
Die erfolgreiche Umsetzung von Transformations- und Digitalisierungsvorhaben in der Energiewirtschaft stellt öffentliche Auftraggeber vor hohe technische und regulatorische Anforderungen. So müssen diese nicht nur das erforderliche technisch hochwertige und nachhaltige Niveau der Leistungserbringung sicherstellen, sondern sind regelmäßig auch zur Durchführung eines (EU-weiten) Vergabeverfahrens verpflichtet.
Das Vergaberecht ist dabei weit mehr als ein formaler Selbstzweck. Es dient der strukturierten Ermittlung des leistungsfähigen Vertragspartners mit dem wirtschaftlichsten Angebot. Der Fokus bei der Vorbereitung und Durchführung eines Vergabeverfahrens sollte daher auf der sachgerechten Lösung des oftmals komplexen Beschaffungsbedarfs sowie der Berücksichtigung eines dynamischen Marktumfelds liegen. Nur so kann er die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten tatsächlich nutzen, die das Vergaberecht bietet, und sein Ziel erreichen, den bestmöglichen Dienstleister mit dem technisch und wirtschaftlich optimalen Angebot zu beauftragen.
Gerade bei komplexen IT- und Transformationsprojekten entscheidet jedoch nicht allein das Vergabeverfahren über den Projekterfolg. Erfahrungsgemäß werden die Weichen bereits in der frühen Projektphase gestellt – beispielsweise durch eine präzise Definition der Anforderungen, eine marktgerechte Ausgestaltung der Leistungsbeschreibung sowie nachvollziehbare und zielgerichtete Bewertungskriterien. Eine sorgfältige Vorbereitung schafft damit die Grundlage für wirtschaftliche, rechtssichere und erfolgreiche Beschaffungsentscheidungen.
Gemeinsam mit Rechtsanwalt und Fachanwalt für Vergaberecht Christoph Kaiser (Kaiser Law) beleuchten wir die wesentlichen Stellschrauben und Erfolgsfaktoren erfolgreicher Vergabeverfahren in der Energiewirtschaft. Im Fokus stehen dabei aktuelle Entwicklungen – einschließlich der zum 01.07.2026 in Kraft tretenden Änderungen des Vergaberechts – sowie ausgewählte Fragestellungen anhand eines konkreten Praxisbeispiels. Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Einblicke in bewährte Vorgehensweisen, typische Herausforderungen und konkrete Handlungsempfehlungen für die Vorbereitung, Durchführung und Bewertung von Vergabeverfahren.
Die Veranstaltung verbindet juristische und fachliche Expertise mit langjährigen Praxiserfahrungen und bietet zugleich die Möglichkeit zum fachlichen Austausch mit Vertretern der Energiewirtschaft sowie Experten aus Recht und Beratung.
Am 23. September 2026 erwarten Sie vertiefende Einblicke in aktuelle Entwicklungen des Vergaberechts in der Energiewirtschaft. Weiterführende Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung werden in Kürze veröffentlicht.
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Marktumfrage 2026: Kundenportale in der Energiewirtschaft
Kundenportale in der Energiewirtschaft
Unabhängige Marktumfrage 2026: Kundenportale in der Energiewirtschaft – Marktüberblick, Trends und Entwicklungsperspektiven
Kundenportale haben sich als zentrale digitale Schnittstelle zwischen Energieversorgern, Netzbetreibern, Messstellenbetreibern und ihren Kunden etabliert. Als integrierte Webportallösungen bündeln sie heute zahlreiche Funktionen – von der digitalen Kundenkommunikation bis zu umfangreichen Self-Services mit integrierten Prozessworkflows bis zur operativen Bearbeitungsoberfläche für den Kundenservice.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Leistungsumfang, Nutzererlebnis, Systemintegration und regulatorische Konformität kontinuierlich. Im Fokus stehen dabei unter anderem moderne Portalarchitekturen, die unterschiedliche Marktrollen und Anwendungsfälle in einer konsistenten Benutzeroberfläche vereinen, die intelligente Automatisierung von Serviceprozessen mithilfe KI-basierter Funktionen sowie eine enge Integration von CRM- und Back-End-Systemen. Vor diesem Hintergrund stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, bestehende Lösungen weiterzuentwickeln oder die Auswahl einer zukunftsfähigen Portallösung vorzubereiten.
Eine der zentralen Fragestellungen lautet dabei: Welche Funktionen und technologischen Eigenschaften werden künftig zum Standard, und in welchen Bereichen unterscheiden sich die Lösungsanbieter tatsächlich voneinander? Gleichzeitig stellt sich für viele Unternehmen die Frage, welche Anforderungen Energieversorgungsunternehmen künftig an moderne Kundenportale stellen und welche Entwicklungen den Markt in den kommenden Jahren prägen werden.
Vor diesem Hintergrund führt die HORIZONTE-Group im Sommer 2026 eine unabhängige Marktumfrage zu Webportalen in der Energiewirtschaft durch. Ziel der Untersuchung ist die Erstellung eines belastbaren Marktüberblicks über Anbieter, Lösungsansätze, Funktionsumfänge sowie zentrale Entwicklungs- und Innovationstrends.
Teilnehmende erhalten einen kompakten Marktüberblick und wertvolle Impulse für strategische und technologische Entscheidungen. Darüber hinaus fließt ihr Feedback direkt in zukünftige Marktanalysen, Fachveranstaltungen und Beratungsinitiativen der HORIZONTE-Group ein, um unsere Angebote noch gezielter an den tatsächlichen Bedarfen der Branche auszurichten. In einem zweiten Schritt wird die Marktanalyse um die Perspektive der Energieversorgungsunternehmen ergänzt. Dadurch werden Anbieter- und Anwendersicht systematisch gegenübergestellt, um zentrale Erwartungen, zukünftige Anforderungen und Entwicklungsschwerpunkte transparent zu machen.
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Innovation im Verteilnetz beginnt bei belastbaren Netzdaten
Innovation beginnt bei den Netzdaten
Neue Technologien für Netzplanung, Asset-Digitalisierung und vorausschauende Instandhaltung sind längst verfügbar. In der Praxis entscheidet jedoch nicht allein die technologische Reife darüber, ob Innovation im Verteilnetz Wirkung entfaltet. Entscheidend ist, ob die erforderlichen Daten aktuell, vollständig und über Systeme und Prozesse hinweg nutzbar sind.
Genau hier setzt der aktuelle Beitrag der Zeitung für kommunale Wirtschaft an. Auf Basis des HORIZONTE-Innovationsreports Q1/2026 ordnen Dennis Niederhagen und Mathias Ihrig ein, warum belastbare Netzdaten für Verteilnetzbetreiber zu einer strategischen Schlüsselaufgabe werden.
Mit § 14d EnWG steigt der Handlungsdruck zusätzlich. Netzausbaupläne müssen transparent machen, wo Engpässe entstehen, welche Maßnahmen geplant sind und welcher Flexibilitätsbedarf künftig besteht. Besonders in der Niederspannung zeigt sich jedoch häufig eine operative Lücke: Informationen sind zwar in GIS-Systemen, Asset-Management-Lösungen, Netzmodellen oder Excel-Listen vorhanden, aber nicht durchgängig miteinander verknüpft.
Der Artikel zeigt unter anderem:
- warum Asset-Digitalisierung allein noch kein vollständiges Netzmodell schafft
- wie LiDAR-Scans bei der digitalen Erfassung von Ortsnetzstationen und Betriebsmitteln unterstützen können
- weshalb Datenqualität, Topologie und Prozessintegration für automatisierte Netzplanung entscheidend sind
- welche Pilotfelder sich für Netzbetreiber kurzfristig eignen
- warum Innovation in der Praxis häufiger an der Umsetzung als an fehlender Technologie scheitert
Unsere zentrale Einordnung: Innovation im Verteilnetz beginnt nicht bei KI oder einer einzelnen Plattform. Sie beginnt bei belastbaren Daten, klaren Prozessen und einer Systemlandschaft, in der Informationen tatsächlich durchgängig genutzt werden können.
Den vollständigen Beitrag der ZfK finden Sie hier online und oder folgend als PDF:
Stimmen und Resonanz aus dem Netzwerk
Die Veröffentlichung hat auch auf LinkedIn eine breite fachliche Resonanz ausgelöst. Neben der Veröffentlichung durch die ZfK wurde der Innovationsreport unter anderem von der BRYCK Startup Alliance aufgegriffen.
Die Beiträge zeigen, dass die Verbindung von Technologie-Scouting, energiewirtschaftlicher Praxis und konkreter Umsetzung auf großes Interesse stößt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die nächste abstrakte Innovationsdebatte, sondern die Frage, welche Lösungen Netzbetreiber tatsächlich pilotieren und in den operativen Betrieb überführen können.
Über den HORIZONTE-Innovationsreport
Für den Innovationsreport Q1/2026 hat die HORIZONTE-Group mehr als 100 europäische Technologieanbieter betrachtet. 19 Start-ups und Scale-ups wurden für eine vertiefte Einordnung ausgewählt. Im Fokus stehen Lösungen für Asset-Digitalisierung, Netzplanung, vorausschauende Instandhaltung, Flexibilitätsmanagement, Speicherdiagnostik, Wärmeplanung und digitale Infrastrukturmodelle.
Interessieren Sie sich für den vollständigen Innovationsreport oder möchten Sie konkrete Pilotfelder für Ihr Unternehmen diskutieren? Sprechen Sie uns gerne an:
Zum Innovationsreport Q1/2026 Kontakt aufnehmen.
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