Fachkongress in Düsseldorf
Branchentreff Smart Meter
Vom Mess- zum Steuerungsrollout: Warum 2026 zum Realitätscheck für die digitale Energiewende wird
Nach den metering days fand mit dem BDEW-Fachkongress „Messwesen 2025“ Anfang Dezember 2025 eine letzte Branchenveranstaltung statt. Und es wurde deutlich:
Die Branche steht an der Schwelle vom Mess- zum Steuerungsrollout – und damit vor einer neuen Komplexitätsstufe der digitalen Energiewende.
Zwei Tage lang diskutierten Messstellenbetreiber, Netzbetreiber, Hersteller, IT-Dienstleister und Behörden in Düsseldorf darüber, wie der Übergang vom iMSys-Rollout zur netzrelevanten Steuerung in der Niederspannung gelingen kann. Dabei wurde klar: Die Technik ist weiter als viele Prozesse – und der Zeitdruck steigt.
Steuerungsrollout: Erkenntnisse aus der Technischen Studie 2.0
Für die HORIZONTE-Group war der Kongress auch fachlich ein wichtiger Meilenstein.
Auf der Bühne präsentierte Frank Hirschi die Ergebnisse der Technischen Studie 2.0 „Steuern in der Niederspannung“ und ordnete sie in den aktuellen regulatorischen und operativen Kontext ein.
Die zentrale Erkenntnis der Studie bestätigt sich zunehmend auch in der Praxis:
Der Steuerungsrollout wird kommen, aber die gesetzlich vorgegebenen Fristen für 2026 sind für viele Marktrollen nicht realistisch erfüllbar (mehr dazu hier).
Paneldiskussion: „Zeit für Macher“
Besonders prägend war die Paneldiskussion zum Steuerungsrollout. Die Diskussion machte deutlich:
- Intelligente Steuerung kann einen erheblichen Beitrag leisten, um Netzausbaukosten zu begrenzen.
- Die Technik rund um SMGw, Steuerboxen und CLS-Geräten kann ab 2026 für Praxistests eingesetzt werden, um Schritt für Schritt zum Massenrollout zu gelangen.
Der Tenor der Runde war klar:
Jetzt starten, Erfahrungen sammeln, lernen – und ab 2027 skalieren. Wer zu lange wartet, riskiert den Anschluss im Wettbewerb um flexible Kund*innen.
Politischer Rahmen: Klare Worte aus dem BMWE
Einen wichtigen ordnungspolitischen Rahmen setzte der Vortrag von Juri von Allesch, Referent für Digitalisierung der Energiewende im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
In seinem Beitrag zum Thema
„Smart-Meter-Rollout: Wie geht es weiter und wo liegen noch Herausforderungen?“
machte er mehrere Punkte unmissverständlich klar:
- Smart-Meter-Light-Ansätze werden nicht verfolgt.
- Der Rollout von iMSys und Steuerungseinrichtungen bleibt integraler Bestandteil der digitalen Energiewende.
- Für das erste Halbjahr 2026 zeichnet sich eine weitere Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) ab.
Damit wurde deutlich: Der regulatorische Rahmen bleibt in Bewegung.
Blick nach vorn: iRLMSys bekommt Kontur
Auch in einem weiteren Zukunftsthema zeigte der Kongress klare Entwicklungslinien auf. Im Bereich iRLMSys ist eine Roadmap erkennbar.
Wesentliche Punkte:
- Die technischen Konzepte für iRLMSys nehmen Form an.
- FNN-Lastenhefte zu iRLMSys werden zeitnah erwartet.
- Erste Geräte dürften laut EMH ab 2027 für Feldtests zur Verfügung stehen.
Damit wird deutlich: Auch im RLM-Umfeld bewegt sich der Markt von der Konzeptdiskussion in Richtung Umsetzung – allerdings mit einem klar strukturierten zeitlichen Vorlauf.
Fazit: 2026 wird zum Jahr der Wahrheit
Der BDEW-Fachkongress „Messwesen 2025“ hat gezeigt, wie eng Technik, Regulierung und Organisation inzwischen miteinander verflochten sind. Die große Herausforderung liegt nicht mehr im einzelnen Gerät, sondern in der Orchestrierung des Gesamtsystems.
Der Steuerungsrollout bleibt ein Marathon, kein Sprint.
Er verlangt pragmatisches Vorgehen, klare Leitplanken und die Bereitschaft, auch unter Unsicherheit zu starten. Genau hier setzt die Technische Studie 2.0 an – mit einem realistischen Stufenmodell und einem klaren Blick auf das, was 2026 tatsächlich leistbar ist.
Die Botschaft aus Düsseldorf ist eindeutig:
Die Branche weiß, was zu tun ist. Jetzt geht es darum, es auch umzusetzen.
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