Der HG-Recap zu unserem Messeauftritt auf der E-world 2026

Recap E-world 2026: Wo die Energiewende konkret wird – und wir mittendrin


Die E-world energy & water 2026 hat wieder gezeigt, warum sie Europas Leitmesse der Energiewirtschaft ist. Im 25. Jubiläumsjahr wurden neue Bestmarken erreicht, mit über 37.000 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern, 1.136 Ausstellern und Teilnehmenden aus 126 Nationen. Über 30 Prozent der Gäste kamen aus dem Ausland. Das ist mehr als eine Zahl, denn es zeigt, wie international die Themen und Herausforderungen inzwischen sind.

Mindestens genauso prägend war aber das, was man in den Hallen gespürt hat. Die Energiewende wird hier greifbar, weil sie in Gesprächen, Projekten und Entscheidungen auf Praxis trifft. Für uns als HORIZONTE-Group waren es drei sehr dichte Tage. Fachlich, strategisch und menschlich, mit genau der Mischung, die eine Messe wirklich wertvoll macht.

Mit der gesamten Gruppe vor Ort

In Halle 5 waren wir mit der gesamten Kompetenzbreite vertreten. Vor Ort waren die HORIZONTE-Group Consulting, die HORIZONTE-Group Technik, evroTarget, metelligent und CubyLink, ergänzt durch unseren Partner Aecoute für energiewirtschaftliche Rechtsfragen. Genau diese Konstellation macht unseren Ansatz sichtbar. Wir denken Energiewende nicht als Einzellösung, sondern als System, in dem Strategie, Regulierung, Technik und operative Umsetzung zusammenpassen müssen.

Wir waren nicht nur Aussteller, sondern im aktiven Dialog. Die Tage waren geprägt von eng getakteten Terminen, spontanen Gesprächen am Stand und Projektgesprächen, die oft direkt in nächste Schritte mündeten. Dazu kam das typische Klassentreffen-Gefühl der Branche, wenn man alte Wegbegleiter trifft und gleichzeitig neue Kontakte gewinnt. Und ja, manchmal blieb dabei kaum Zeit für eine Mittagspause.

Unsere Themen entlang der gesamten Wertschöpfung

Inhaltlich spiegelten unsere Gespräche die Bandbreite unserer sieben Business Units wider. Viele Themen tauchten immer wieder auf, weil sie aktuell überall auf den Tischen liegen.

Dazu gehörten vor allem diese Schwerpunkte:

  • Daten und Prozesse, weil skalierbare IT-Landschaften und belastbare Datenarchitekturen zur Basis für effiziente Abläufe werden und zwar vom Netzanschluss bis zur Abrechnung.
  • Smarte Infrastrukturen, weil CLS-Management, digitale Zwillinge und Steuerungskonzepte darüber entscheiden, wie Erzeuger und Verbraucher netzdienlich integriert werden.
  • Strategie, Märkte und Innovation, weil Geschäftsmodelle rund um Smart Metering, regulatorische Entwicklungen und die Positionierung von Netzbetreibern, MSB, Herstellern und Start-ups neue Antworten verlangen.
  • Wärme und Effizienz, weil kommunale Wärmeplanung und die Kopplung von Strom- und Wärmewende in der Umsetzung zusammengebracht werden müssen.
  • Projektmanagement und Change, weil Transformation nicht im Organigramm scheitert, sondern an Prioritäten, Steuerung und sauberer Umsetzung unter Realbedingungen.
  • Plattform, Cybersecurity und KI, weil resiliente Infrastrukturen und sichere digitale Prozesse heute Grundvoraussetzungen sind und nicht mehr Kür.
  • Meter2Cash, weil viele Stadtwerke End-to-End Stabilität im Messwesen, in Abrechnungssystemen und in der Marktkommunikation brauchen, um mit steigender Komplexität Schritt zu halten.

Bühne frei für die Niederspannung

Ein besonderer Moment war der Mittwoch im Climate Solutions Forum. Unser Partner Dr. Roland Olbrich hielt dort einen Impulsvortrag zur Technischen Studie 2.0 mit dem Titel „Stand des Steuerungsrollouts und Erfolgsfaktoren für ein funktionierendes Smart Grid“. Die Resonanz und die vielen Rückfragen haben deutlich gemacht, dass die Digitalisierung der Niederspannung keine Zukunftsmusik mehr ist. Sie wird Schritt für Schritt operative Realität.

In den Diskussionen ging es um Steuerbarkeit gemäß §14a EnWG, um die Integration von HEMS und um die Frage, wie Netztransparenz und Skalierung beim Smart-Meter- und Steuerbox-Rollout gelingen. Dahinter stand immer wieder dieselbe Leitfrage. Wie bringen wir Flexibilitäten systemisch und wirtschaftlich ins Netz.

Atmosphäre, Austausch und ein Hauch Primitivo

Neben aller fachlichen Tiefe war die E-world auch in diesem Jahr ein Ort echter Begegnung. Nach intensiven Projektgesprächen und Abstimmungen blieb am Abend Raum für informellen Austausch, unter anderem bei unserer Standparty mit Primitivo, Parmesan und vielen guten Gesprächen bis in den Abend. Genau diese Mischung macht den Unterschied. Fachlich klar, menschlich nah und immer mit Blick darauf, was in der Praxis wirklich funktioniert.

Was bleibt

Die offiziellen Zahlen sind stark, aber für uns zählt vor allem, was daraus entsteht. Wir nehmen konkrete Projektansätze mit, vertiefte Partnerschaften und neue Kooperationen. Wir hatten viele strategische Gespräche zu resilienten Infrastrukturen und haben erneut bestätigt bekommen, dass integrierte, ganzheitliche Beratung stärker gefragt ist denn je.

Die Energiewende wird komplexer und gleichzeitig konkreter. Die Branche bewegt sich schnell bei der Elektrifizierung, und neben Technologien rücken Finanzierung und stabile Rahmenbedingungen immer stärker in den Fokus. Genau hier sehen wir unsere Rolle. Wir verbinden Strategie, Finanzierung, Technik, Regulierung und operative Umsetzung zu einem Gesamtbild, das Entscheidungen erleichtert und Umsetzung beschleunigt.

Wir freuen uns auf die E-world 2027.

Autor: Alexander Murrenhoff, Frank Hirschi


HG-World 2026: Cybersecurity in der Energiewirtschaft, konkret und im Dialog

HG-World 2026: Cybersecurity konkret gedacht


HG-World 2026: Cybersecurity in der Energiewirtschaft, konkret und im Dialog

Ein Tag vor der E-world, 19 Stockwerke hoch im Ruhr Tower über den Dächern von Essen: Die HORIZONTE-Group hat am 9. Februar 2026 mit der HG-World ein eigenes Veranstaltungsformat auf die Beine gestellt, das Fachleute, Entscheider*innen und Change-Maker der Energiebranche zusammenbringt. Nachdem es letztes Jahr um die Finanzierung der Energiewende ging, war das Thema in diesem Jahr: „Cybersecurity 2026: Sicherheit im Wandel der Energiewelt.“

 Impulse aus der Praxis, nicht vom Papier

Das Herzstück des Nachmittags waren acht Impulsvorträge mit direktem Praxisbezug, anschließend eine Panel-Diskussion und ein Get-Together. Was dabei besonders auffiel: Der Austausch blieb selten auf der abstrakten Ebene. Regulierung, konkret NIS2, Umsetzungsfragen, Governance, Sicherheitskultur und die Frage nach operativer Resilienz wurden nicht nur benannt, sondern diskutiert, hinterfragt und weitergedacht.

Auf der Bühne standen unter anderem Ronald Derler vom Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft mit seiner Keynote zum Mindset leistungsfähiger Security Operation Center, Dr. Thorsten Henkel vom Fraunhofer Institute for Secure Information Technology SIT sowie Andreas Lange von der CURSOR Software AG gemeinsam mit Immanuel Bär von Prosec Network Solutions. Der Dialog zwischen operativer Sicherheit und Security by Design machte deutlich, wie entscheidend Zusammenarbeit dort ist, wo technologische Transformation, regulatorische Anforderungen und kritische Infrastrukturen aufeinandertreffen. Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge von Jannik Pokar und Marc Iridon von adesso SE, Jonathan Glatz und Ben Becks von Honett GmbH sowie Dr. Tobias Lieberum von CyberDesk, Teil der BRYCK Startup Alliance, die durch Tobias Grün vertreten wurde. Benedikt Girz, Business Unit Leiter bei der HORIZONTE-Group, rundete das Programm als Experte für KI, Cybersecurity und Software-Plattformen ab.

Eine Atmosphäre, die trägt

Was eine gute Fachveranstaltung von einer Pflichtveranstaltung unterscheidet, ist die Atmosphäre. Und die stimmte: konstruktiv, offen, auf Augenhöhe. Unterschiedliche Perspektiven standen nicht nebeneinander, sondern wurden gemeinsam weitergedacht. Wer den Raum betreten hat, hat ihn wissender verlassen.

Cybersecurity bleibt ein Gemeinschaftsthema

Die Energiewirtschaft steht vor einer Aufgabe, die kein Unternehmen allein löst: Sicherheit nicht nur zu regulieren, sondern operativ zu verankern, kulturell zu verankern und dauerhaft steuerbar zu machen. Formate wie die HG-World sind dafür da: Netzwerk stärken, Perspektiven verbinden, Umsetzung beschleunigen.

Bereit, Cybersecurity operativ zu verankern?

NIS2, wachsende Angriffsflächen, Digitalisierungsdruck: Wer heute nicht strukturiert ansetzt, verliert morgen die Steuerbarkeit. Die HORIZONTE-Group begleitet Netzbetreiber und Stadtwerke von der Governance-Struktur bis zur Umsetzung, auch eingebettet in laufende S/4HANA-Transformationen.

Jetzt Kontakt aufnehmen: 

Sprechen Sie uns an. Benedikt Girz ist Ihr Ansprechpartner rund um Plattformen, Cybersecurity und KI:
benedikt.girz@horizonte.group

Autor: Niklas Jutinkel


Steuerungsrollout in der Niederspannung: Eindrücke aus dem parlamentarischen Frühstück im Reichstag

Technische Studie 2.0: Reichstag statt Konferenzraum



Am 29. Januar 2026 ging es für unsere HG-Experten nicht in einen üblichen Workshopraum, sondern in den Reichstag nach Berlin. Anlass: unser parlamentarisches Frühstück zur Technischen Studie 2.0 – Steuern in der Niederspannung.
Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Stadtwerken, Netz- und Messstellenbetrieb stand zur frühen Stunde eine Frage im Raum, die aktuell viele umtreibt:

  • Ist der Steuerungsrollout in der geplanten Form überhaupt umsetzbar?

Eindeutig war die zentrale Botschaft dabei:
Der regulatorische Rahmen setzt wichtige Impulse – ist aber in der aktuellen Ausgestaltung nicht umsetzbar.

2026 ist noch ein Jahr das Testens

Klar benannt wurde ein Punkt, der in vielen Projekten längst spürbar ist:
Der verpflichtende Start des Massenrollouts von Steuereinheiten bis Ende 2026 ist unter heutigen Bedingungen nicht realistisch.


Nicht mangelnder Wille bremst – sondern die Realität:

  • ERP-Systeme sind für durchgängige Steuerungsprozesse oft noch nicht vorbereitet
  • Montage und Inbetriebnahme funktionieren im Einzelfall, aber nicht in der Fläche
  • WAN-Kommunikation bleibt vorerst eine Schwachstelle

Aus der Praxis betrachtet heißt das:
Ein stabiler Massenprozess lässt sich auf dieser Basis aktuell nicht aufbauen.

Regulierung trifft auf Umsetzung – und verfehlt sie teilweise

Spürbar wurde in der Diskussion auch, wo die eigentliche Spannung liegt:


Auf der einen Seite ein klarer politischer Wille zur Beschleunigung.
Auf der anderen Seite eine Umsetzung, die deutlich komplexer ist als es die Regulierung aktuell abbildet.


Zu ambitionierte Fristen führen dabei nicht zu Geschwindigkeit, sondern zu bekannten Mustern:

  • Workarounds
  • Insellösungen
  • technische Schulden

Parallel dazu fehlt an mehreren Stellen die notwendige Konsistenz:

  • Leistungsgrenzen sind zwischen MsbG, EEG und EnWG nicht sauber harmonisiert
  • Rollout-Vorgaben orientieren sich zu stark an Fläche statt an Netzsituation

Gerade letzteres ist für Stadtwerke entscheidend:
Ein Netz in Schleswig-Holstein funktioniert anders als eines in Bayern. Ein einheitlicher Ansatz wird dieser Realität nicht gerecht.

Stufen statt Wunschdenken

Genau deshalb setzt die Technische Studie 2.0 auf ein klares Stufenmodell bis 2028:

  1. Technischer Durchstich
  2. Funktionsfähige Steuerung
  3. Massenfähige Umsetzung
  4. Ende-zu-Ende-Netzsteuerung

Dahinter steckt keine Theorie, sondern Projekterfahrung:
Steuerung entsteht nicht per Stichtag – sondern über aufeinander aufbauende, stabile Schritte.


Auch im politischen Austausch wurde deutlich:
Ein solcher Pfad ist realistischer als ein sprunghafter Übergang in die Fläche.

Berlin als richtiger Ort für die Diskussion

Besonders war auch der Rahmen: Reichstag statt Konferenzraum.


Unter der Schirmherrschaft von MdB Florian Oßner entstand ein Austausch, der die Perspektiven zusammengebracht hat, die sonst oft getrennt diskutieren:
Politik, Netzbetrieb, Messstellenbetrieb und Umsetzung.


Selten ergibt sich die Gelegenheit, genau dort über Umsetzbarkeit zu sprechen, wo die regulatorischen Leitplanken entstehen.
Umso wichtiger war es, die Perspektive aus der Praxis direkt einzubringen.

Was aus Sicht der Branche jetzt passieren muss

Aus Studie und Diskussion ergibt sich ein recht klares Bild:

  • Fristen müssen eine realistische Umsetzung ermöglichen (Vorgaben zwischen MsbG, EEG und EnWG gehören sauber harmonisiert
  • Der Rollout für die Steuerung in der Niederspannung sollte netzorientiert priorisiert werden statt flächendeckend
  • Kunden und Installateure müssen frühzeitig eingebunden werden

Ohne diese Anpassungen droht kein Stillstand – sondern etwas anderes:
ein ineffizienter Rollout, der später teuer korrigiert werden muss.

Die vollständige Studie kann unter folgendem Link angefordert werden:
https://www.horizonte.group/studie2025/


Messstellenbetreiber werden zum Taktgeber der Netzsteuerung

Netzsteuerung entscheidet sich nicht im Gesetz – sondern im Betrieb


2026 markiert den Übergang vom Pilotbetrieb zur operativen Realität der Netzsteuerung in der Niederspannung. Steuerbare Anlagen müssen erstmals flächendeckend in den Netzbetrieb integriert werden – technisch, organisatorisch und prozessual.

In einem Beitrag für die Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) analysieren unsere HG-Experten, warum die größten Herausforderungen dabei weniger im regulatorischen Rahmen liegen, sondern vor allem in Datenqualität, Systemintegration, Kommunikation und der Skalierung massenfähiger Prozesse. Der Artikel zeigt, welche Rolle Messstellenbetreiber künftig im Zusammenspiel mit Netzbetreibern einnehmen, warum einfache Steuerungsmodelle den Einstieg prägen werden – und weshalb 2026 darüber entscheidet, ob Steuerung im Netzbetrieb wirklich funktioniert.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier als eingebetteten LinkedIn-Post sowie als PDF zum Download.

ZfK-Beitrag als PDF lesen


HG-Rückblick BDEW-Fachkongress „Messwesen 2025“

Fachkongress in Düsseldorf


Branchentreff Smart Meter

Vom Mess- zum Steuerungsrollout: Warum 2026 zum Realitätscheck für die digitale Energiewende wird

Nach den metering days fand mit dem BDEW-Fachkongress „Messwesen 2025“ Anfang Dezember 2025 eine letzte Branchenveranstaltung statt. Und es wurde deutlich:
Die Branche steht an der Schwelle vom Mess- zum Steuerungsrollout – und damit vor einer neuen Komplexitätsstufe der digitalen Energiewende.

Zwei Tage lang diskutierten Messstellenbetreiber, Netzbetreiber, Hersteller, IT-Dienstleister und Behörden in Düsseldorf darüber, wie der Übergang vom iMSys-Rollout zur netzrelevanten Steuerung in der Niederspannung gelingen kann. Dabei wurde klar: Die Technik ist weiter als viele Prozesse – und der Zeitdruck steigt.

Steuerungsrollout: Erkenntnisse aus der Technischen Studie 2.0

Für die HORIZONTE-Group war der Kongress auch fachlich ein wichtiger Meilenstein.
Auf der Bühne präsentierte Frank Hirschi die Ergebnisse der Technischen Studie 2.0 „Steuern in der Niederspannung“ und ordnete sie in den aktuellen regulatorischen und operativen Kontext ein.

Die zentrale Erkenntnis der Studie bestätigt sich zunehmend auch in der Praxis:
Der Steuerungsrollout wird kommen, aber die gesetzlich vorgegebenen Fristen für 2026 sind für viele Marktrollen nicht realistisch erfüllbar (mehr dazu hier).

Paneldiskussion: „Zeit für Macher“

Besonders prägend war die Paneldiskussion zum Steuerungsrollout. Die Diskussion machte deutlich:

  • Intelligente Steuerung kann einen erheblichen Beitrag leisten, um Netzausbaukosten zu begrenzen.
  • Die Technik rund um SMGw, Steuerboxen und CLS-Geräten kann ab 2026 für Praxistests eingesetzt werden, um Schritt für Schritt zum Massenrollout zu gelangen.

Der Tenor der Runde war klar:
Jetzt starten, Erfahrungen sammeln, lernen – und ab 2027 skalieren. Wer zu lange wartet, riskiert den Anschluss im Wettbewerb um flexible Kund*innen.

Politischer Rahmen: Klare Worte aus dem BMWE

Einen wichtigen ordnungspolitischen Rahmen setzte der Vortrag von Juri von Allesch, Referent für Digitalisierung der Energiewende im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

In seinem Beitrag zum Thema
„Smart-Meter-Rollout: Wie geht es weiter und wo liegen noch Herausforderungen?“
machte er mehrere Punkte unmissverständlich klar:

  • Smart-Meter-Light-Ansätze werden nicht verfolgt.
  • Der Rollout von iMSys und Steuerungseinrichtungen bleibt integraler Bestandteil der digitalen Energiewende.
  • Für das erste Halbjahr 2026 zeichnet sich eine weitere Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) ab.

Damit wurde deutlich: Der regulatorische Rahmen bleibt in Bewegung.

Blick nach vorn: iRLMSys bekommt Kontur

Auch in einem weiteren Zukunftsthema zeigte der Kongress klare Entwicklungslinien auf. Im Bereich iRLMSys ist eine Roadmap erkennbar.

Wesentliche Punkte:

  • Die technischen Konzepte für iRLMSys nehmen Form an.
  • FNN-Lastenhefte zu iRLMSys werden zeitnah erwartet.
  • Erste Geräte dürften laut EMH ab 2027 für Feldtests zur Verfügung stehen.

Damit wird deutlich: Auch im RLM-Umfeld bewegt sich der Markt von der Konzeptdiskussion in Richtung Umsetzung – allerdings mit einem klar strukturierten zeitlichen Vorlauf.

Fazit: 2026 wird zum Jahr der Wahrheit

Der BDEW-Fachkongress „Messwesen 2025“ hat gezeigt, wie eng Technik, Regulierung und Organisation inzwischen miteinander verflochten sind. Die große Herausforderung liegt nicht mehr im einzelnen Gerät, sondern in der Orchestrierung des Gesamtsystems.

Der Steuerungsrollout bleibt ein Marathon, kein Sprint.
Er verlangt pragmatisches Vorgehen, klare Leitplanken und die Bereitschaft, auch unter Unsicherheit zu starten. Genau hier setzt die Technische Studie 2.0 an – mit einem realistischen Stufenmodell und einem klaren Blick auf das, was 2026 tatsächlich leistbar ist.

Die Botschaft aus Düsseldorf ist eindeutig:
Die Branche weiß, was zu tun ist. Jetzt geht es darum, es auch umzusetzen.


Transparenz im Netz: Ergebnisse einer Studie von Smight & HG

SMIGHT und HG analysieren Umsetzung des § 14a EnWG


Studie: Der wirtschaftlichste Weg zur Umsetzung von § 14a EnWG

Wie lassen sich die Anforderungen aus §14a EnWG wirtschaftlich sinnvoll umsetzen? In einem aktuellen energate-Interview analysiert unser HG-Experte Tobias Linnenberg gemeinsam mit Smight-Geschäftsführer Oliver Deutschle, warum der Schlüssel zur Netzsteuerung nicht in immer mehr Annahmen, sondern in einer belastbaren Mess- und Datenbasis liegt.

Die Analyse zeigt deutlich: Stationsmesstechnik ist in den meisten Netzstrukturen der wirtschaftlichste Ansatz, während rein iMSys-basierte Lösungen die Kosten vervielfachen können. Entscheidend ist ein strategisches Vorgehen, das Netzstruktur, Pflichteinbauquoten und Betriebskosten realistisch berücksichtigt – und Netzbetreibern frühzeitig Planungssicherheit verschafft.

Weiterlesen lohnt sich

Wer tiefer einsteigen möchte, findet weitere Details zur Studie auf der Website von SMIGHT sowie den vollständigen Beitrag bei energate oder folgend als pdf:

energate-Beitrag als PDF lesen

Ein Webinar zur Studie finden Sie in der SMIGHT-Mediathek: klick.


Wärmewende in der Praxis – was Kommunen jetzt wirklich weiterbringt

Wärmewende in der Praxis – was Kommunen jetzt wirklich weiterbringt


Zwei aktuelle Fachbeiträge zeigen, worauf es bei der kommunalen Wärmewende wirklich ankommt: einen guten Plan zu haben – und die richtigen Menschen, die ihn umsetzen

Die Diskussion um die kommunale Wärmeplanung nimmt gerade spürbar Fahrt auf. Viele Kommunen arbeiten an ihren Plänen, andere stehen kurz vor dem Start – doch überall taucht die gleiche Frage auf: Wie kommen wir von einer guten Analyse zu echten Entscheidungen und konkreten Projekten?
Genau dazu hat unser Kollege David Dybeck in zwei aktuellen Fachbeiträgen wichtige Punkte gesetzt, die wir hier für unsere Leser aufgreifen und einordnen.

Was Kommunen gerade wirklich beschäftigt

Wenn man mit Verantwortlichen in Städten und Gemeinden spricht, wird eines schnell klar: Die kommunale Wärmeplanung ist kein rein technisches Projekt mehr. Es geht um Prioritäten, Zuständigkeiten, Tempo – und darum, wie Kommunen Sicherheit in einem sich schnell verändernden Umfeld gewinnen können.

Davids Beiträge beleuchten zwei Perspektiven, die im Alltag oft unterschätzt werden:

1. Ein Wärmeplan ist erst der Anfang – nicht das Ziel

Viele Kommunen arbeiten mit großem Aufwand an ihrem Wärmeplan. Doch sobald der Plan fertig ist, beginnt der Teil, für den es selten eine Blaupause gibt:
Welche Maßnahmen setzen wir als erstes um? Wer entscheidet? Und in welchem Tempo?

David beschreibt, dass Kommunen hierfür eine Art „Navigator“ brauchen – jemand, der die Erkenntnisse aus dem Plan in konkrete Schritte überführt.
Das klingt simpel, ist aber im Alltag genau der Punkt, an dem Prozesse ins Stocken geraten. Nicht, weil der Wille fehlt, sondern weil die Aufgabe organisatorisch neu ist.

2. Die Wärmewende braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen

Im zweiten Beitrag geht es genau um diese Menschen: die kommunalen Ansprechpartner, die Projekte steuern, Entscheidungen vorbereiten und alle relevanten Akteure zusammenbringen.

Ohne diese Rolle bleibt vieles unklar:

  • Wer moderiert den Prozess zwischen Stadtwerken und Verwaltung?

  • Wer erklärt Bürgerinnen und Bürgern, wie es weitergeht?

  • Wer priorisiert Projekte, wenn Ressourcen knapp sind?

Diese Rolle professionell aufzubauen – ob als einzelne Person oder als Team – ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren der kommenden Jahre.

Warum diese beiden Perspektiven zusammengehören

Was beide Beiträge deutlich machen:
Die Wärmewende wird nicht durch Gesetze oder Förderprogramme entschieden, sondern durch Kommunen, die Struktur, Klarheit und Mut zu Entscheidungen entwickeln.

Ein guter Wärmeplan schafft Orientierung.
Ein klarer Ansprechpartner schafft Umsetzungskraft.

Erst beides zusammen macht eine Kommune handlungsfähig.

Unser Blick als HORIZONTE-Group

Wir sehen in unserer täglichen Arbeit genau das, was David in seinen Artikeln beschreibt:
Kommunen wollen Fortschritt – aber sie brauchen Rahmen, Werkzeuge und Rollen, die diesen Fortschritt möglich machen. Genau an diesem Punkt entsteht die Wärmewende im Alltag: nicht im Konzept, sondern in der Organisation.

Weiterlesen lohnt sich

Wer tiefer einsteigen möchte, findet Davids vollständige Beiträge hier:

ZfK-Beitrag als PDF lesen

energate-Beitrag als PDF lesen

👉 Beide Artikel bieten wertvolle Einblicke für alle, die gerade Verantwortung für die lokale Wärmewende tragen.

 

Autor: Alexander Murrenhoff


Technische Studie 2.0 – Steuern in der Niederspannung veröffentlicht

Verpflichtender Rollout von Steuereinheiten erst nach 2026 umsetzbar


Pressemitteilung

Die HORIZONTE-Group veröffentlicht eine aktuelle Analyse zum Steuern in der Niederspannung. Das Fazit: Der Start des Massen-Rollouts von Steuereinheiten bei Neuanlagen ist 2026 nicht erreichbar und die Branche benötigt realistische Fristen sowie eine Korrektur regulatorischer Vorgaben.

Berlin, 20. November 2025. Die Beratungsgesellschaft HORIZONTE-Group veröffentlichte in Berlin die Ergebnisse ihrer Technischen Studie 2.0 – Steuern in der Niederspannung. Die Untersuchung analysiert den aktuellen Umsetzungsstand des Steuerungsrollouts und bewertet, ob und wie Verteilnetzbetreiber (VNB) und Messstellenbetreiber (MSB) die gesetzlich formulierten Anforderungen erfüllen können. Das wichtigste Ergebnis: Der verpflichtende Start in den Massen-Rollout von Steuereinheiten für neu installierte steuerbare Anlagen (Erzeugung und Verbrauch) ist mit dem derzeitigen Stand der Systeme und Prozesse nicht realistisch umsetzbar. Erforderlich ist eine Verschiebung der Fristen um ein Jahr von 2026 auf 2027 – sowie eine inhaltliche Anpassung der gesetzlichen Vorgaben, wie beispielsweise die Honorierung eines netzdienlich fokussierten Rollouts.

Technische und organisatorische Engpässe bremsen den Rollout

Die Studie identifiziert drei wesentliche Hürden für den Steuerungsrollout:

  • Erstens sind die ERP-Systeme der VNB und MSB nicht ausreichend ertüchtigt, insbesondere fehlen ein konsistentes Datenmodell für Steuereinheiten sowie die durchgängige Schnittstellenanbindung von Umsystemen.
  • Zweitens sind die Montage- und Inbetriebnahmeprozesse an Kundenanlagen – besonders im Zusammenspiel zwischen Installateuren und MSB-Monteuren – bislang nicht massentauglich erprobt.
  • Drittens bestehen erhebliche Unsicherheiten in der WAN-Kommunikation, da der heute in der Regel eingesetzte öffentliche Mobilfunk häufig nur unzureichende Erreichbarkeiten von Gateways und Steuereinheiten ermöglicht. Für alternativ zur Verfügung stehende Technologien müssen umfassendere Erfahrungen erst gesammelt werden

Die Studie der HORIZONTE-Expert*innen empfiehlt daher, die im Gesetz vorgesehenen Fristen für den Steuerungsrollout von steuerbaren Neuanlagen von Ende 2026 auf Ende 2027 zu verlängern. Zudem sollten Leistungsgrenzen für Erzeugungsanlagen zwischen Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) harmonisiert werden und das Segment der 2-7-kW-Anlagen zumindest einstweilen von der Verpflichtung zur Wirkleistungsbegrenzung (gem. §9 EEG) und Steuerbarkeitscheck (gem. §12 Abs. 2 EnWG) ausgenommen werden. Angesichts der heterogenen Netzsituationen – von eher problemlosen urbanen Netzen in Norddeutschland bis zu Netzen an der Leistungsgrenze in manchen ländlichen Gebieten in Süddeutschland – plädiert die Studie außerdem für eine stärker netzorientierte Ausbringung der Steuertechnik statt eines rein flächendeckenden Rollouts.

Stufenmodell zeigt technischen Pfad bis 2028

Mit der Technischen Studie 2.0 entwickelt die HORIZONTE-Group ein vierstufiges Modell für die Jahre 2025 bis 2028: Vom technischen Durchstich über eine funktionsfähige Steuerung und eine massenfähige Umsetzung bis hin zur vollumfänglichen Ende-zu-Ende-Netzsteuerung. Das Stufenmodell beschreibt dabei, welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen in welcher Reihenfolge für einen erfolgreichen Steuerungsrollout in welcher Phase geschaffen werden müssen.

„Die Branche steht vor einem massiven Transformationsschritt. Es wurde bereits viel erreicht und der Steuerungsrollout schreitet – entgegen dem um mehrere Jahre verzögerten Rollout von intelligenten Messsystemen – auch mit vergleichsweise moderaten Verzögerungen voran. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass der aktuelle Zeitplan zu ambitioniert ist und Anpassungen notwendig sind, um einen wirksamen Steuerungsrollout, ohne zu viele Umgehungslösungen sicherzustellen“, sagt Dr. Roland Olbrich, Partner der HORIZONTE-Group und Gesamtverantwortlicher für die Studie. Frank Hirschi, Manager und Mitautor der Studie, ergänzt: „Die Engpässe sind klar benannt. Entscheidend ist nun, dass Politik, Hersteller, IT-Systemhäuser sowie MSB und VNB gemeinsam einen verlässlichen Pfad für die kommenden Jahre definieren. Kunden und Installateure sind zudem frühzeitig für eine Vorbereitung der Zählerplätze und einen effizienten Anschluss von steuerbaren Anlagen vor Ort einzubeziehen.“

Bedeutung des Rollouts für die Energiewende

Eine funktionierende Steuerbarkeit in der Niederspannung ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Nur wenn Systeme, Prozesse und regulatorische Rahmenbedingungen konsequent weiterentwickelt werden, kann die Branche die wachsende Zahl dezentraler Erzeuger und Verbraucher effizient integrieren und Netzengpässe wirksam vermeiden. Jochen Buchloh, Senior Partner der HORIZONTE-Group fasst somit zusammen: „Die Smart-Meter-Infrastruktur entwickelt sich von der reinen Messdatenerfassung zur Steuerbarkeit weiter. Somit werden steuernde Eingriffe von Netzbetreibern, aber auch marktlichen Teilnehmern, ermöglicht. Hier wurden innerhalb kurzer Zeit hervorragende Fortschritte auf allen Ebenen erreicht. Jedoch hat die Gesetzgeberin unrealistische zeitliche Fristen für den Aufbau der Infrastruktur formuliert. Daher sind hier Anpassungen erforderlich, um das Gesamtziel einer flexiblen und nachhaltigen Netzinfrastruktur so schnell wie möglich und mit den richtigen Prioritäten zu erreichen.“

Impulse aus der Branche bei der Abschlussveranstaltung

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung gaben drei Branchenvertreter zusätzliche Einblicke in ihre Organisationen. Andreas Hergaß, Vorstand der Stadtwerke Gießen, zeigte auf, wie Stadtwerke ihre Aufbau- und Ablauforganisation gezielt weiterentwickeln müssen, um die Digitalisierung der Energiewende wirksam zu unterstützen. Dr. Gert Schneider, Senior Produktmanager der GWAdriga, berichtete über den bereits erreichten technischen Durchstich mit ersten Steuereinheiten im Wirkbetrieb auf Basis von Workarounds zw. ERP- und CLS-Management-System und erläuterte, dass diese zwar wertvolle Erfahrungen liefern, jedoch wirtschaftlich nicht für einen Massenrollout geeignet sind. Dr. Nick Seeger, Mitglied der Geschäftsführung der Bayernwerk Netz, stellte die besonderen Herausforderungen eines solarspitzengeprägten Netzgebiets dar und betonte, dass der Weg zur massenfähigen Steuerung nur über einen mehrstufigen, strukturierten Pfad gelingen kann.

Fundiertes Wissen durch Beratungserfahrung und Experteninterviews

Die aktuelle Technische Studie 2.0 – Steuern in der Niederspannung ist die Nachfolge-Analyse der im Jahr 2024 von der HORIZONTE-Group veröffentlichten Technischen Studie Metering gMSB. Auch die Technische Studie 2.0 überzeugt durch die fachliche Tiefe der Analyse. Diese basiert auf zwei zentralen Säulen: Zum einen verfügt die HORIZONTE-Group über umfassende Beratungserfahrung in (MSB- und VNB-seitigen) Umsetzungsprojekten zur Realisierung der Steuerbarkeit in der Niederspannung. Das Team kennt somit operative, technische und wirtschaftliche Herausforderungen aus erster Hand. Zum anderen fließen umfangreiche Erkenntnisse aus einer Marktbefragung von 75 Expert*innen sowie 38 Tiefeninterviews mit Branchenvertretern ein, die seit Juni 2025 geführt wurden. Ergänzt wird dies durch den unabhängigen, marktübergreifenden Blick des Teams, der eine realistische Einordnung aktueller Entwicklungen ermöglicht.

Hintergrundinformationen:

Die HORIZONTE-Group GmbH mit Sitz in Monheim am Rhein ist ein Beratungsunternehmen im Bereich der Energiewirtschaft für Unternehmen in Deutschland. Sie ist ein Tochterunternehmen der HORIZONTE-Group AG mit Sitz in Luzern. Von dort aus bedient die Gruppe die gesamte DACH-Region mit Services für den Energiesektor. Das Unternehmen verfügt über eine große Markterfahrung und ist in der Energiewirtschaft breit vernetzt. Neben ihrem Schwerpunkt in der Beratung ist die Unternehmensgruppe in der Zählermontage, der Energieeinsatzoptimierung, dem Aufbau von Ladeinfrastrukturen für die E-Mobilität, der Software-Entwicklung sowie im Bereich des Business Process Outsourcings aktiv.

Die vollständige Studie kann unter folgendem Link angefordert werden:
https://www.horizonte.group/studie2025/

Kontakt:

studie@horizonte.group
HORIZONTE-Group GmbH
Mittelstraße 11
40789 Monheim am Rhein
www.horizonte.group


Unser Team auf den Metering Days 2025

HG-Nachklapp zu den Metering Days 2025

HG-Nachklapp zu den Metering Days 2025


Metering Days 2025 in Fulda: Zwischen Aufbruch, Druck und Umsetzungslücke – wohin steuert die Branche wirklich?

Die metering days 2025 haben erneut eindrucksvoll gezeigt: Der Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys), der Steuerungsrollout und die Smartifizierung der Verteilnetze bewegen die ganze Branche. Es zeigt sich aber auch: währen einige Akteure schon beim Steuerungsrollout pionierhaft zeigen, dass Steuerbefehle über das iMSys und die Steuereinheiten umgesetzt werden können, hinken noch rund 200 grundzuständige Messstellenbetreiber beim iMSys-Rollout hinterher. 

Mit einem neuen Besucherrekord von 1.200 Teilnehmenden, 78 Sprecherinnen und Sprechern und einer bis ins letzte Eck gefüllten Ausstellung war die Stimmung zwischen Zuversicht, Druck und einem durchaus spürbaren „Jetzt wird es ernst“. Gemeinsam mit den Kollegen unserer Schwesterfirma metelligent (Zählermontage) waren wir natürlich auch vor Ort.  

Schon zum Auftakt stellte Wolfgang Weber (ZVEI) den Rahmen unmissverständlich: „Elektrifizierung ist kein ‘nice to have’, sondern Grundvoraussetzung der Energiewende.“ Die Netze müssen steuerbar, digital anschlussfähig und massenfähig automatisierbar werden. Doch während die politischen Signale auf Beschleunigung stehen, kämpft die Branche längst mit einem anderen, sehr praktischen Problem: Es fehlt zunehmend weniger an Erkenntnis – sondern an Durchführbarkeit. 

Regulatorischer Druck steigt – aber die Verantwortung ist noch nicht sauber verteilt

Während in Person von Dennis Laupichler durch das BSI kommuniziert wurde, dass bereits rund 2 Mio. iMSys installiert wurden, stellte Dr. Jan-Peter Sasse von der Bundesnetzagentur in Aussicht, dass für gMSB, die ihre Rolloutquote nicht erreichen, ab 2026 monatliche Zwangsgelder pro Messstelle verhängt werden können. 

Beatrix Brodkorb (BMWE) sprach über Fortschritte in Digitalisierung und Cybersicherheit – doch wich der entscheidenden Frage aus: Was hat die Aussage aus dem 10-Punkte-Plan zur Verantwortungsverlagerung in das regulierte Anlagevermögen des VNB zu bedeuten? Das blieb jedoch vage. Und genau das treibt die Branche um und lässt vor allem wettbewerbliche Messstellenbetreiber in unnötiger Unsicherheit zurück. 

Wie Jannik Schall (1Komma5°) eindrücklich schilderte: Zwei Drittel der Prozessschritte beim dynamischen Tarif hängen an VNB-Prozessen. Die Digitalisierung des Messwesens ist längst kein Technologieproblem mehr – sondern ein Infrastruktur- und Umsetzungsproblem. 

Parallel wiesen Stimmen wie Anke Hüneburg (ZVEI) und wettbewerbliche Messstellenbetreiber mit Nachdruck darauf hin: Ein Rückfall in Monopolstrukturen wäre nicht nur politisch falsch, sondern operativ schädlich für die Geschwindigkeit. 

HORIZONTE-Group mit Impuls zur Technischen Studie 2.0 im Innovationsforum

Am ersten Kongresstag war auch die HORIZONTE-Group auf der Bühne vertreten: 
Dr. Roland Olbrich, Partner bei der HG, referierte im Innovationsforum zu den Herausforderungen des Smart Grid in Deutschland und gab erste Einblicke in die Technische Studie 2.0. 

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Netzbetreiber und Messstellenbetreiber den Übergang von Pilot- zu Regelbetrieb schaffen können – und welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen durch die verschiedenen Stakeholder wie Getezgeberin, Gerätehersteller oder Software-Zulieferer nötig sind, um die nächste Ausbaustufe des Smart Grid umzusetzen. 

Steuerungsrollout: Zwischen Pragmatismus und Strukturbedarf

Eine besonders lebhafte Diskussion entwickelte sich am zweiten Kongresstag in der interaktiven Diskussionsrunde „Steuern im System“. Dort zeigte sich, dass die Branche in zwei Denkrichtungen gespalten ist: 

  • Pragmatische Pioniere fordern, den Steuerungsrollout mit ersten Umsetzungsprojekten zu beginnen – auch wenn die Backend-Systeme und kaufmännischen Prozesse noch nicht vollständig automatisiert sind. 
    Stichwort: „Jetzt anfangen, Erfahrungen sammeln, Prozesse später harmonisieren.“ 
  • Strukturorientierte Stimmen betonen, dass ein nachhaltiger Smart-Grid-Rollout nur gelingen kann, wenn die gesamte Ende-zu-Ende-Prozesskette – von der Anlagenanmeldung über das ERP-System über die Netzberechnung bis zum Durchleiten des Steuerbefehls an den Netzanschlusspunkt  – durchgängig funktioniert. 
    Ihr Argument: „Schnelles Handeln darf keine technische Schuldenfalle werden.“ 

Einigkeit herrschte jedoch im Zielbild: Der Steuerungsrollout muss kommen – und er braucht 100 % Automatisierungsperspektive. 
Man war sich auch bewusst, dass vor allem Bestandsanlagen nicht sofort EEBus-ready sind und analoge Steuereinheiten eine Übergangsrealität bleiben werden. 

Unser Fazit als HORIZONTE-Group

Die Diskussionen in Fulda verdeutlichten, wie stark technologische, organisatorische und regulatorische Fragen miteinander verwoben sind. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Hardware, sondern in der Orchestrierung von Prozessen, Schnittstellen und Verantwortlichkeiten. 

Viele Vorträge machten auf der einen Seite klar, dass ERP-Systeme ein zentraler Flaschenhals bleiben. Der Appell aus der Praxis war deutlich: „Wir müssen ins Machen kommen – aber mit klaren Leitplanken.“ Und dazu gehören auch stabile Rahmenbedingungen – auch zu Verantwortlichkeiten der Marktrollen.  

Kurz gesagt: Der Steuerungsrollout bleibt ein Marathon und ein komplexes Transformationsprogramm – mit hoher Systemverantwortung und notwendiger Lernkurve für alle Beteiligten. 

Zum Abschluss noch ein großes Dankeschön an alle, die mit uns in Fulda diskutiert haben – und an das großartige Team am HG-Stand (hier u. A. mit Moderatorin Susanne Schöne).  

Collage Rückblick Metering Days 2025

 
Zwei Tage voller Energie, Austausch und spannender Gespräche – wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr! 

Ausblick: Erkenntnisse aus der Technischen Studie 2.0

Die Technische Studie 2.0 „So gelingt der Steuerungsrollout“ liefert genau darauf Antworten: 
Wie gelingt der Steuerungsrollout entlang eines umsetzbaren Stufenmodells? 
Welche Ebenen müssen in welcher Reihenfolge stabilisiert werden? 
Welche Rollen verändern sich wie real – nicht theoretisch? 

🔎 Hintergründe zur Studie: www.horizonte.group/studie2025 
🎟 Anmeldung zur Abschlussveranstaltung am 20. November 2025 in Berlin: 
zum Abschlussevent
Autor: Frank Hirschi


Steuerungsrollout: Warum Ausdauer jetzt wichtiger ist als Tempo

Steuerungsrollout: Warum Ausdauer jetzt wichtiger ist als Tempo


Die Technische Studie 2.0 – Smart Grid in Deutschland zeigt: Der Weg zum Massenrollout ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf – und braucht klare Etappen, Standards und Zusammenarbeit

Mit den jüngsten Energierechtsnovellen wird der Steuerungsrollout zur zentralen Aufgabe für Netz- und Messstellenbetreiber. Doch die Praxis zeigt: Die Umsetzung bleibt komplex.
Die Technische Studie 2.0 – Smart Grid in Deutschland der HORIZONTE-Group untersucht, wie der Übergang vom Pilot- in den Massenrollout gelingen kann – und warum ein Stufenmodell für die Steuerung entscheidend ist.
Unser Beitrag in der Oktober-Print-Ausgabe der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) analysiert die Herausforderungen und zeigt, wie Ausdauer, Struktur und Kooperation den Schlüssel zum Erfolg bilden.

ZfK-Beitrag als PDF lesen

Darüber hinaus hat die ZfK einen separaten Online-Beitrag veröffentlicht: Link

 

Mehr über die Technische Studie 2.0 erfahren
zum Abschlussevent

Autor: Frank Hirschi