Zur Situation des Energiesektors Anfang 2022

Analyse und identifizierte Handlungsbedarfe


Zu Beginn des Jahres 2022 und am Anfang der neuen Legislaturperiode hat sich die Lage auf dem Energiesektor in Deutschland auf dramatische Weise zugespitzt. Nach der Wahl der neuen Bundesregierung und Veröffentlichung des Koalitionsvertrages war bereits mit einer deutlichen Verstärkung der Anstrengungen in Sachen Energiewende gerechnet worden. Die Nachwirkungen der Pandemie und die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine dürften in den kommenden Monaten nun wie ein Brandbeschleuniger wirken. Auch wenn angesichts der verheerenden Bilder, die uns mittlerweile erreichen, eine derartige Ausdrucksweise als unangebracht erscheinen mag: Der Handlungsbedarf in Richtung eines Umbaus unseres Energiesystems könnte kaum größer sein.

  • Der aus Gründen des Klimaschutzes notwendige Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wird angesichts der sich immer weiter konkretisierenden Vorhersagen für unser Klima auf der politischen Agenda bleiben.
  • Der eingeleitete Umstieg auf die Elektromobilität und die Vielzahl der Entwicklungen, die allgemein unter dem Begriff Sektorkopplung subsumiert werden, lassen für die nächsten Jahre einen deutlichen Anstieg des Strombedarfs erwarten.
  • Der drastische Anstieg der Preise für Öl und Gas und die durch den Krieg deutlich gewordene inakzeptable Abhängigkeit von nicht demokratisch geführten Ländern, dürfen in Zukunft keinen Einfluss auf den Zusammenhalt innerhalb unserer Gesellschaft gewinnen.

Während der letzten 20 Jahre wurde zwischen den politischen Lagern in Deutschland eine zähe Auseinandersetzung über den richtigen Weg im Hinblick auf die Klima- und Energiepolitik geführt. Mittlerweile kann davon ausgegangen werden, dass die oben wiedergegebene Analyse von einer breiten Mehrheit unserer Gesellschaft getragen wird. Dies aber heißt auch, die Entwicklungen der nächsten Jahre auf dem Energiesektor sind nun besser vorhersehbar als zuvor:

  • Der Zubau von EEG-Anlagen wird deutlich an Fahrt gewinnen. Regulatorische Hemmnisse, wie sie zum Beispiel die Abstandsregelungen bei Windkraftanlagen bedeuten, werden abgebaut. Der bereits im Umlauf befindliche Referentenentwurf zur Novelle des EEG sprechen eine deutliche Sprache.
  • Der Ausbau der Übertragungsnetze und der Bau der Nord-Süd-Trassen wird kommen.
  • Die Umsetzung aller möglichen Maßnahmen zur Steigerung der Einsatzeffizienz fossiler Brennstoffe wird unumgänglich.
  • Die Einspeise-Volatilität des EE-Stromes in die Netze, macht deren schnellstmöglichen intelligenten Ausbau unverzichtbar.
  • Angesichts der wachsenden Cybergefahren muss dieser digitale Umbau der Netzinfrastrukturen gleichzeitig in hochgradig abgesicherter Form erfolgen. Der in der Vergangenheit oftmals belächelte „Sicherheitswahn“ beim Smart-Meter-Rollout erscheint vor diesem Hintergrund in vollem Umfang gerechtfertigt.

In der Vergangenheit hat immer wieder die Abstimmung des Regulierungsrahmens und Festlegung der Marktprozesse für deutliche Verzögerungen bei Investitionsentscheidungen durch das Management von Energieversorgungsunternehmen geführt. Anfang 2022 ist für solche Verzögerungen keine Zeit. Die weiterhin in vielen Bereichen nicht finale Ausgestaltung des Regulierungsrahmens der neuen Ampelregierung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschwindigkeit der Veränderungen keine Zeit für langüberlegte klassische Organisationsentwicklung lässt. Agile Unternehmen mit einem klaren strategischen Fokus sind nun im Vorteil. Ganz oben auf die strategische Agenda der Unternehmen gehören daher in den folgenden Jahren:

  • Die Entwicklung und der Ausbau von Kompetenzen in den technischen und IT-technischen Bereichen.
  • Die Entwicklung von IT-Werkzeugen und deren Implementierung, insbesondere solcher Werkzeuge, die im Hinblick auf das Monitoring, die Führung und die Schaltung von Anlagen und Netzen unterstützen.
  • Die Befähigung im Hinblick auf die Steuerung des Einsatzes von Dienstleistern und Subunternehmern.

Anfang des Jahres 2022 sind die Herausforderungen gewaltig. Darüber hinaus ist nicht absehbar, wie schnell uns die umfassende Energie- und Infrastrukturwende gelingt. Indes haben uns die letzten Monate gezeigt: Über das Ziel an sich werden wir nicht mehr diskutieren.

 

Autor: Jochen Buchloh


HG ist Mitglied beim ZVEI

Unsere ZVEI-Mitgliedschaft


HG im ZVEI aufgenommen 

Die HORIZONTE-Group AG ist seit Neuestem ein Mitgliedsunternehmen im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Neben der HG sind mehr als 1.600 Unternehmen Mitglieder im ZVEI und geben Impulse für den technischen Fortschritt. Wir freuen uns sehr, dass auch unsere HG-Expert*innen sich nun aktiv im ZVEI einbringen können.

ZVEI: Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie

Der ZVEI vertritt die gemeinsamen Interessen der Elektro- und Digitalindustrie und der zugehörigen Dienstleistungsunternehmen in Deutschland und auf internationaler Ebene.

Die Branche beschäftigt rund 873.000 Arbeitnehmer im Inland. 2020 lag ihr Umsatz bei rund 182 Milliarden Euro.

Fast ein Viertel aller privaten F+E-Aufwendungen in Deutschland kommen von der Elektroindustrie. Jährlich wendet die Branche rund 20 Milliarden Euro für F+E auf und mehr als sechs Milliarden Euro für Investitionen. Ein Drittel des Branchenumsatzes entfallen auf Produktneuheiten. Jede dritte Neuerung im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt erfährt ihren originären Anstoß aus der Elektroindustrie.

Für weitere Auskünfte und die Bestellung von Informationsmaterial über den ZVEI steht Ihnen die ZVEI-Mitgliederstelle zur Verfügung.

 


Neue Tochterfirma HORIZONTE-Group Technik

PRESSE-INFORMATION


HG weiter auf Wachstumskurs:

Neue Tochterfirma HORIZONTE-Group Technik bietet Lösungen im Bereich Energiemanagement und Elektromobilität

Luzern (CH)/Herford. Mit der Gründung der HORIZONTE-Group Technik erweitert das europaweit tätige Beratungsunternehmen sein Portfolio mit einer zukunftsorientierten Dienstleistungspalette. Die Tochtergesellschaft geht direkt mit 14 Planungs- und Umsetzungs-Expert*innen an den Markt.  

Die HORIZONTE-Group stellt sich künftig noch besser auf die Anforderungen der Energiewende ein: Ab dem 1. März bündelt das Beratungsunternehmen Dienstleistungen in den Bereichen Klimaschutz-, Umwelt- und Energiemanagement sowie Elektrotechnik in der neu gegründeten Tochtergesellschaft HORIZONTE-Group Technik GmbH (HGT).

Sitz der neuen Gesellschaft ist Herford in Nordrhein-Westfalen, die Geschäftsführung übernehmen vorübergehend die HORIZONTE-Group Verwaltungsräte Jochen Buchloh und Bashkim Malushaj.

„Für uns ist die Neugründung bzw. Geschäftsübernahme ein wichtiger Schritt, um insbesondere unseren Kunden in der Energieversorgung und Immobilienwirtschaft noch umfassender unterstützen zu können“, erklärt Peter Busch, Verwaltungsrat der HORIZONTE-Group AG. „Die HGT ermöglicht die Weiterentwicklung der Dienstleistungspalette der HORIZONTE-Group, sie schließt die Lücke von der Strategieberatung zum umsetzungsorientierten Engineering“.

Eingespieltes Team am Start

Derzeit sind 14 E-Mobilitäts-Expert*innen und Ingenieur*innen bei der HGT beschäftigt, sie arbeiten in projektorientierten, gut eingespielten Teams. Möglich ist dies, da die HGT eine Ausgliederung der Teilbereiche Consulting und Elektrotechnik aus der Archimedes Technik GmbH ist.

„Unser gemeinsames Know-how in einer Tochtergesellschaft unter der HORIZONTE-Group zu vereinen, bietet für uns die Möglichkeit, unser Kerngeschäft als Umsetzer von Energieeffizienzmaßnahmen auszubauen sowie im Sog eines europaweit agierenden Consulting-Unternehmens an strategischen Herausforderungen der Energiewirtschaft mitzuwirken“, resümiert HGT Leiter Consulting Olaf Hauck.

Ein Fokus der HGT: Elektromobilität

Die HGT unterstützt Unternehmen in den Bereichen Klimamanagement/Klimaneutralität, Energiemanagement, intelligentes Last- und Lademanagement sowie integrierte Managementsysteme (IMS). Die Kernkompetenz des HGT-Teams ist, vom ersten Konzept, beziehungsweise der Machbarkeitsstudie, Förderungsmanagement bis über die erfolgreiche Umsetzung und Nachbetreuung den Kunden zur Seite zu stehen. Basis für die hohe Leistungsfähigkeit der Beratungsgesellschaft ist eine 20-jährige Erfahrung bei der Umsetzung von Effizienzprojekten.

„Wir freuen uns auf die Synergieeffekte, die wir jetzt in unserer Gruppe durch die Verstärkung der HGT realisieren können“, blickt Peter Busch in die Zukunft. „Wichtig für uns war auch, dass wir ein Team finden, das unsere von Kundenorientierung und gegenseitiger Wertschätzung geprägte Unternehmenskultur mitträgt. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Crew um Olaf Hauck und Marko Dreskrüger bestens in die HG integriert.“

Hintergrundinformationen:

Die HORIZONTE-Group AG mit Sitz in Luzern, Schweiz, ist ein Beratungsunternehmen im Bereich der Energie- und Immobilienwirtschaft für Unternehmen in Deutschland, Schweiz und Österreich. Sie verfügt über eine große Markterfahrung und ist in der Energiewirtschaft breit vernetzt. Ein Fokus in der Beratung ist die Vorbereitung von Energieversorgungsunternehmen auf die Anforderungen der Digitalisierung der Energiewende.

Luzern/Herford im Februar 2022

HORIZONTE-Group Aktiengesellschaft
Habsburgerstrasse 22
CH-6003 Luzern
Schweiz
telefon                 +41 41 511 37 10
fax                         +41 41 511 37 11
www.HORIZONTE.Group
UID: CHE-177.578.671, Verwaltungsrat: Peter Busch, Jochen Buchloh, Bashkim Malushaj

 


Redispatch 2.0: Fragen zur Betriebsbereitschaft

Mitteilung Nr. 8 zum Redispatch 2.0 durch die Bundesnetzagentur


ZfK veröffentlicht Einschätzung von HG und BH&W, energate publiziert Zusammenfassung

Am 01.03.2022 startet auf Basis der BDEW-Übergangslösung ein dreimonatiger paralleler Testbetrieb aller Redispatch-2.0-Zielprozesse. Damit geht einher, dass alle Prozessbeteiligten ihre Betriebsbereitschaft zu diesem Datum sicherstellen müssen. Dies wurde am 04.02.2022 auch durch die Mitteilung Nr. 8 zum Redispatch 2.0 durch die Bundesnetzagentur bekräftigt. Was bedeutet diese Mitteilung für die Branche? Das Beratungshaus HORIZONTE-Group hat dazu mit der auf das Energierecht spezialisierten Kanzlei Boos Hummel & Wegerich (BH&W) eine Einschätzung formuliert. Die Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) hat diese Einschätzung veröffentlicht und auch energate hat die Meldung aufgenommen.

Lesen Sie den Artikel direkt online bei der ZfK oder lesen Sie die Zusammenfassung bei energate messenger.

 

ZfK-Beitrag als PDF lesen
energate-Beitrag als PDF lesen

Das Thema interessiert Sie? Sprechen Sie uns gern an!

Lesen Sie weitere Beiträge zum Thema Redispatch 2.0:


Redispatch 2.0: Ausfallarbeits-Vorlage

Vorlagen anfordern und Ausfallarbeit in Excel berechnen


Vorlagen zur Berechnung der Ausfallarbeit

Im Rahmen eines Projektes bei der EAM Netz GmbH wurden durch die HG Excel-Templates zur Berechnung der Ausfallarbeit entwickelt.

Haben Sie Interesse? Gerne können Sie die Templates unten im Formular kostenlos anfordern. Daraufhin erhalten Sie die Templates per E-Mail zugeschickt.

Angebot: Schulung für die Templates

Sollten Sie ebenfalls Interesse an einer kostenpflichtigen Schulung für die Ausfallarbeits-Templates haben, sprechen Sie uns gern an – bspw. als Antwort-E-Mail auf die zugesandten Unterlagen.

 

Sogar die Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) berichtet über die Templates. Lesen Sie den Beitrag online oder alternativ hier:

Beitrag als PDF lesen

 


Ein ZfK-Interview zum Thema CO2-neutraler Gebäudebestand

Für eine CO2-neutrale Wärmeversorgung kommen mehrere Lösungen in Frage


Wie man den Gebäudebestand CO2-neutral gestalten kann

Wie lässt sich CO2-Neutralität im Gebäudebestand erreichen? Dieses Thema der CO2-Strategie wird in einem Interview für die Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) zwischen Stefan Backmund (Bereichsleiter Bestandsmanagement und Prokurist bei der bauverein AG Darmstadt sowie Geschäftsführer der bauTega GmbH) und Oliver Kisignacz der HORIZONTE-Group AG erörtert. Denn die Bauverein AG arbeitet mit dem Ziel, bis zum Jahr 2035 CO2-Neutralität im Gebäudebestand zu erreichen, an einem Projekt zusammen mit der HG.

Dass Hr. Backmund und Hr. Kisignacz in diesem Projekt zusammenarbeiten, ergab sich nahtlos aus anderen Projekten. Zwei Forschungsprojekte der Bauverein AG hatte Hr. Kisignacz bereits begleitet. Bei diesen lag ebenfalls die zentrale Fragestellung vor, welche energietechnischen Maßnahmen für eine optimale Wirtschaftlichkeit kombiniert werden können. Die HG selbst arbeitet ohnehin sehr stark in Deutschland und Oliver Kisignacz selbst wohnt in Mittelhessen, was natürlich auch einen Vorteil für die Zusammenarbeit darstellt.

Das ganze Interview können Sie bei der ZfK online lesen: klick.

Alternativ können Sie das Interview auch hier herunterladen:

Interview als PDF lesen

Autor: Oliver Kisignacz


Die HORIZONTE-Group im Handelsblatt

Deutschland baut sein Stromnetz radikal um – Das sind die drei größten Baustellen


Das Handelsblatt sprach mit der HG über Redispatch 2.0

Das Thema Redispatch 2.0 behandeln wir in der HORIZONTE-Group seit langer Zeit – erst vor Kurzem haben 2 unserer Experten ein Webinar dazu gehalten. Nun widmet sich das Handelsblatt den drei größten Baustellen im Zuge des Stromnetzumbaus und hat dazu mit uns gesprochen. Im Artikel wird Bashkim Malushaj, einer der drei HG-Verwaltungsräte, zitiert:

„Es gab regulatorische Unsicherheit: Erst ein halbes Jahr vor dem offiziellen Start wurden wichtige Datenformate definiert“, kritisiert Malushaj. „IT-Entwicklung funktioniert aber nicht von heute auf morgen. Es ist, als würde man ein Flugzeug umbauen, während man fliegt.“

Mehr Zitate sowie den ganzen Artikel finden Sie online beim Handelsblatt:

 

Lesen Sie weitere Beiträge zum Thema Redispatch 2.0:

 


Rückblick zum Webinar 'Redispatch 2.0‘

Status Quo und was kommt in Zukunft?


 

Unser viertes HG-Webinar

Über 90 Teilnehmer/innen haben am 18. Januar 2022 unser HG-Webinar zu dem Thema ‘Redispatch 2.0 – Status Quo und was kommt in Zukunft?‘ verfolgt.

Mit toller Unterstützung durch Moderation Magdalena Strasburger referierten Konstantin Reimann und Carlo Weckelmann zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen, dem aktuellen Umsetzungsstand im Markt, den aktuellen Aufgaben und gaben am Ende einem Ausblick auf die Herausforderungen von Redispatch 3.0.

Das Webinar im Stream noch einmal schauen

Hier haben Sie die Möglichkeit, das aufgezeichnete Webinar noch einmal in Ruhe anzuschauen:

 

energate-Bericht: Redispatch 3.0 braucht Smart-Meter-Rollout

Eine Zusammenfassung der Webinar-Inhalte hat energate in einem Artikel formuliert:

Den energate-Artikel finden Sie unter folgendem Link – Sie können ihn aber auch bequem als pdf herunterladen:

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Mini-Umfrage unter Teilnehmer/innen

Dass die Umsetzung die Akteure vor große Herausforderungen stellt, zeigt auch die nicht repräsentative interaktive Befragung der teilnehmenden Webinar-Besucher/innen (siehe Grafiken unten – zur Vergrößerung bitte auf die Grafik klicken). Weit über ein Drittel der Teilnehmer/innen nahm aus der Marktrolle Netzbetreiber am Webinar teil. In Bezug auf die im März startende Testphase sowie den finalen Go-Live am 1. Juni 2022 sind laut den Teilnehmer/innen der Faktor Zeit und auch die Systembereitstellung durch die IT-Dienstleister die großen Hürden. Demnach sehen sich auch mehr als die Hälfte der Antwortenden als nicht gut vorbereitet für den Marktstart an.

Lesen Sie weitere Beiträge zum Thema Redispatch 2.0:

 


energate: "Mit hybridem Projektmanagement den Redispatch 2.0 meistern"

3 Fragen an Konstantin Reimann und Carlo Weckelmann


Unsere HG-Experten Carlo Weckelmann und Konstantin Reimann charakterisieren im energate-Interivew den Start des Redispatch 2.0 als eher holprig.

Das Interview erschien bei energate unter folgendem Link – Sie können es auch bequem als pdf herunterladen:

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MAS-System: Mess-, Analyse- und Steuerungssystem für das intelligente Messwesen

Für den Smart-Meter-Hochlauf optimal vorbereiten


Nach den rechtlichen Unsicherheiten in Folge der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster im Frühjahr, haben die Überarbeitung des Messstellenbetriebsgesetzes sowie der Technischen Richtlinie BSI TR-03109 und die Rezertifizierung von drei Smart-Meter Gateways wieder für eine zunehmende Dynamik beim Rollout von intelligenten Messsystemen in Deutschland gesorgt. Dieser Eindruck wurde nicht zuletzt durch die metering days 2021 bestätigt, auf denen verschiedene Unternehmen von steigenden Einbauzahlen berichteten.

Jörn Lutze, Geschäftsführer der TMZ Thüringer Mess- und Zählerwesen GmbH (TMZ), äußert sich zu den nun anstehenden Herausforderungen im Messstellenbetrieb folgendermaßen:

„Da wir jetzt kontinuierlich iMSys verbauen, gewinnt das dauerhafte und für diesen Massenprozess optimierte Monitoring des laufenden iMSys-Betriebes sowie das Handling gestörter Messsystme für uns immer mehr an Bedeutung. Herkömmliche Incidentmanagement- bzw. Ticketsysteme, ohne energiewirtschaftliche Ausrichtung, stoßen hier schnell an Grenzen. Zudem muss ein solches System die Komplexität der Störfaktoren und Fehlerquellen im intelligenten Messewesen beherrschen sowie mehrspartenfähig und mandantenfähig sein. Last but not least müssen hierin auch die Anforderungen aus dem erweiterten Produktumfeld der iMSys wie IoT-Gateways, Sensorik, Steuerboxen o.ä. abgebildet und überwacht werden können, damit wir den Anforderungen unserer Kunden, des Marktes und letztendlich auch zukünftigen regulatorischen Festlegungen gerecht werden können.“

Störquote bei intelligenten Messsystemen in den Griff bekommen

In der Tat dürften alle mit der Materie vertrauten Personen mittlerweile die Erfahrung gemacht haben, dass es sich beim Bestellen, Einbau, Betrieb, Wechsel und Ausbau eines iMSys um komplexe Prozesse handelt, bei denen das Zusammenspiel aus Hardware (inkl. der weiterhin noch am Anfang befindlichen Firmwareversionen) sowie GWA, MDM und ERP-System häufig sehr anspruchsvoll aufeinander abgestimmt werden muss.

Es verwundert daher nicht, dass momentane Beobachtungen aus dem Markt eine Störquote von mindestens 10% bei verbauten iMSys zeigen. Die Ursachen sind dabei vielfältig und hängen von den eingesetzten Komponenten ab, können aber häufig folgenden Bereichen zugeordnet werden:

  1. Fehler bei der Montage von Messsystemen
  2. Fehlerhafte Hardware (Messeinrichtungen und SMGw)
  3. Fehlerhafte Firmware (-induzierte Fehler bei Messeinrichtungen und SMGw)
  4. Fehlerhafte Kommunikation (Störungen bspw. bei Nutzung von Mobilfunk-Technologie)
  5. Prozess-/IT-Fehler zwischen GWA, MDM und ERP System (Schnittstellenprobleme, Systemupdates, Bedienfehler).
  6. Manipulation der Hardware durch Dritte (bspw. Aufbrechen von Plomben an mME)

Die Herausforderung hierbei besteht in der schnellen Analyse der Störung, der präzisen und zügigen Identifikation der Störquelle bzw. -ursache sowie nachfolgend aus der schnellstmöglichen und zielgerichteten Ableitung/Beauftragung von Maßnahmen zur Störungsbeseitigung bis zur Registrierung der Störungsbehebung.

Martin Kloppenburg, Bereichsleiter Messwesen bei der Westfalen Weser Netz GmbH (WWN), definiert daher ebenfalls klare Anforderungen an ein Werkzeug zur Beobachtung von im Betrieb befindlichen iMSys:

„Wir haben mittlerweile über 2.000 iMSys verbaut und im Zuge dessen die ersten technischen Hürden übersprungen. Um möglichst effektiv auf Störungen reagieren zu können, war es uns wichtig eine Software einzusetzen, die auftretende Fehler den FNN-Haupt- bzw. Supportprozessen zuordnen und Lösungen weitgehend automatisiert anstoßen kann.“

Gemeinsame Entwicklung

Gemeinsam mit TMZ und WWN sowie der EAM Netz GmbH als drittem starken Partner hat die iceBaum GmbH, ein auf die Energiewirtschaft spezialisiertes Softwareunternehmen und Teil der HORIZONTE-Group AG, bereits frühzeitig mit der Entwicklung einer Lösung begonnen, die die zuvor genannten Kriterien zum Großteil schon erfüllt.

Das Ergebnis ist das „Mess-, Analyse- und Steuerungssystem“ oder kurz MAS-System, welches die Funktionen eines klassischen Ticketsystems mit den im Kreis dieser renommierten Partner identifizierten Anforderungen an das Monitoring eines iMSys-Rollouts verbindet. Zahlreiche Erfahrungen aus dem Einsatz im operativen Betrieb konnten bereits gesammelt und für die Weiterentwicklung des Systems genutzt werden.

Ein zentrales Dashboard

Im Zentrum der Anwendung steht ein individuell konfigurierbares Dashboard, das dem Nutzer auf einen Blick die wichtigsten Kennzahlen zum Status der verbauten iMSys sowie offener Incidents grafisch präsentiert. Incidents können im System entweder direkt eingegeben oder über verbundene Umsysteme (GWA/MDM, E-Mail etc.) empfangen werden. Dem Nutzer ist es dann möglich, diese zu kategorisieren und zu priorisieren.

Ein eingebundenes Kartentool kann die vorhanden Incidents lokalisiert anzeigen, um eventuelle regionale Fehlercluster (ausgefallener Funkmast etc.) schnell sichtbar zu machen.

Eine weitere wichtige Funktion des MAS-Systems ist die Definition von Workflows. Sie erlaubt dem Nutzer das Festlegen von automatisierten Bearbeitungsabläufen, sobald der Incident ausgewählte Kriterien erfüllt. So kann beispielsweise bestimmt werden, dass bei einem Verbindungsabbruch zwischen iMSys und GWA-System zunächst 24 Stunden auf einen Statuswechsel gewartet wird, bevor eine Nachricht an die dafür zuständige Mitarbeitergruppe generiert und versendet wird.

Robert Haastert (Leiter IT) und Thomas Beaupain (Bereichsleiter Messwesen) der EAM unterstreichen zudem die Anpassungs- und Zukunftsfähigkeit des MAS-Systems:

„Es war uns wichtig diese Lösung in der Azure-Cloud zu betreiben, um unkompliziert Daten aus anderen Programmen, die sich ebenfalls in der Cloud befinden, integrieren und zukünftig Microsoft-Services wie künstliche Intelligenz oder Big-Data Ansätze zur Reduzierung der Störquoten nutzen zu können.“

Kontakt

Sollten Sie Interesse an weiteren Informationen zum MAS-System haben, dann schauen Sie bitte auf die Internetseite www.icebaum.com oder melden sich unter info@icebaum.com.

Der obenstehende Artikel erschien auch online bei der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) unter folgendem Link – Sie können ihn auch bequem als pdf herunterladen:

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Autor: Daniel Bärenheuser

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